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In Würde leben – in Würde sterben; mehr Rechtssicherheit für ärztlich assistierten Suizid

In Würde leben – in Würde sterben; mehr Rechtssicherheit für ärztlich assistierten Suizid Foto: W. Reichenbächer

Berlin (LOZ). Zu der heutigen Abstimmung über Regelungen zur Sterbehilfe erklärt die schleswig-holsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer:

„Es ist ein Gebot der Menschenwürde und Selbstbestimmung, in Fällen irreversibel zum Tod führender Erkrankungen und wenn Palliativmedizin an Grenzen stößt, dem Wunsch schwer leidender Menschen nach ärztlicher Hilfe bei selbstbestimmter und selbst zu vollziehender Lebensbeendigung entsprechen zu können. Hierfür bedarf es eines Abbaus bestehender Rechtsunsicherheiten und eine entsprechende Anpassung des ärztlichen Standesrechts. Denn eben darin liegt für manche Menschen der vermeidbare Anlass, bei Sterbehilfevereinen oder im Ausland Hilfe zu suchen.

Geschäftsmäßige Suizidassistenz unter Strafe zu stellen und damit – auch ärztliche – Suizidassistenz der Strafverfolgung auszusetzen, wenn sie auf Wiederholung angelegt ist, halte ich insofern für falsch. Ärzte könnten sich veranlasst sehen, ärztliche Suizidassistenz bereits in Therapie- und Beratungsgesprächen auszuklammern. Insofern spreche ich mich deutlich gegen die Einführung einer Strafbarkeit von Suizidassistenz aus. Insofern habe mich von Beginn an dem "Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der ärztlich begleiteten Lebensbeendigung (Suizidhilfegesetz)" (Reimann, Lauterbach u.a.) zur Schaffung von Rechtssicherheit angeschlossen, für diesen Entwurf gestimmt und gegen den Entwurf eines Gesetzes zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (Brand, Griese).“

Letzte Änderung am Freitag, 06 November 2015 13:44