"Das ist die Quittung fürs jahrelange Verschleppen"

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"Das ist die Quittung fürs jahrelange Verschleppen" Foto: W. Reichenbächer

Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck zur Nitrat-Klage der EU gegen Deutschland

 

Kiel (LOZ). Zur von der EU inzwischen eingereichten Klage gegen Deutschland wegen Verletzung der Nitratrichtlinie erklärt Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck: "Nichts an dem Nitratproblem ist neu oder überraschend. Nur elend, dass der Bund so lange nicht gehandelt hat. Seit Jahren krebst die Bundesregierung an der neuen Düngeverordnung herum – sie hätte schon Ende 2012 novelliert sein müssen. Dass die EU ihre angekündigte Klage jetzt eingereicht hat, ist schlicht die Quittung fürs Verschleppen."

Aber damit nicht genug: "Auch der bislang vorliegende Entwurf der Düngeverordnung reicht nicht aus. Wir werden uns im Bundesratsverfahren für die dringend erforderlichen Änderungen einsetzen. Wir brauchen ein einheitliches, ehrgeiziges Düngerecht, damit die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zum Schutz der Gewässer reduziert werden. Ohne das gibt es keinen Schutz des Trinkwassers der künftigen Generationen."

Hintergrund
Bei einer Reform des Düngerechts setzt sich Schleswig-Holstein vor allem für kürzere Übergangsfristen zur Einführung bodennaher Ausbringungstechnik, ambitionierte Sperrfristen zur Ausbringung und erhöhte Lagerkapazitäten für flüssige Wirtschaftsdünger ein. Des Weiteren wäre eine generelle Nährstoffuntersuchungspflicht für Wirtschaftsdünger notwendig, da nur so die Landwirte wissen, welche Nährstoffmengen sie auf ihre Felder ausbringen. Zudem hält die Landesregierung eine Hoftorbilanz auf allen Betrieben für notwendig, damit klar wird, wie viele Nährstoffe in einem Betrieb anfallen, dort verwendet werden können und wo Überschüsse anfallen.

Letzte Änderung am Montag, 07 November 2016 20:10
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