Hepatitisgefahr durch Erdbeeren aus China

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Erdbeeren aus China sollen künftig stärker kontrolliert werden. Bei Untersuchungen wurden Noroviren und Hepatitis-A-Viren festgestellt. Foto: Andreas Musolt / pixelio.de

 

Berlin (LOZ). Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden am kommenden Dienstag in Brüssel über die Festlegung von speziellen Einfuhrkontrollen für Erdbeeren aus China beraten.

Geplant ist, dass Tiefkühlerdbeeren, die von China in die EU eingeführt werden, in Zukunft von den europäischen Behörden verstärkt auf Noroviren und Hepatitis-A-Viren untersucht werden. Deutschland unterstützt die geplanten Maßnahmen. Beide Erreger waren von europäischen Behörden zuvor in Lieferungen aus China festgestellt worden.

Lebensmittelüberwachungsbehörden in Niedersachsen haben diese Woche bei amtlichen Kontrollen eine Verunreinigung von Erdbeer-Erzeugnissen aus China mit Hepatitis A nachgewiesen. Die betroffene Ware – über Schweden eingeführte gefrorene Erdbeer-Würfel – war Tage zuvor schon von den zuständigen Behörden in Zusammenarbeit mit den betroffenen Unternehmen aus dem Verkehr genommen worden. Die Öffentlichkeit wurde von den Behörden über das mögliche Risiko unterrichtet, das von diesen Produkten ausgeht, die vollständigen Informationen laufen auch über das Internet-Portal www.lebensmittelwarnung.de. Vor einer Woche bereits hatten belgische Behörden in chinesischen Erdbeeren Hepatitis-A-Viren festgestellt. Ein niedersächsischer Hersteller rief deshalb seine bundesweit verkauften Tiefkühlkuchen (Natreen-Erdbeer-Joghurtschnitte, 400 g) zurück. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich im niedersächsischen und im belgischen Fall um dieselbe Charge Erdbeeren.

Die Untersuchungen der Behörden dauern an. Das Bundesverbraucherschutzministerium nimmt die aktuellen Hinweise sehr ernst. "Wir müssen die jüngsten Untersuchungsergebnisse zum Anlass nehmen, um auch auf europäischer Ebene über Konsequenzen zu beraten", sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Tiefgefrorene Erdbeeren aus China, die mit Noroviren belastet waren, gelten als Auslöser einer großen Lebensmittel-Epidemie, bei der Ende September in Ostdeutschland fast 11.000 Schüler kurzfristig an Brechdurchfall erkrankten. Nach den jüngsten Laborbefunden muss nun vordringlich die Ursache der Verunreinigung der Lebensmittel, also der genaue Eintragsweg, untersucht werden. Bei den beiden genannten Fällen, also bei dem aktuellen Hepatitis- und dem zurückliegenden Noroviren-Befund, handelt es sich zwar um tiefgefrorene Erdbeeren aus China, aber um jeweils unterschiedliche Produkte unterschiedlicher Hersteller.

Lebensmittelsicherheitsexperten der Bundesregierung werden an diesem Wochenende zu Gesprächen nach Peking reisen und auch den aktuellen Fall gegenüber den chinesischen Behörden zur Sprache bringen.

Letzte Änderung am Montag, 10 Dezember 2012 16:30
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