Regenerativ erzeugter Strom wird billiger

 

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Foto: W. Reichenbächer

 

Berlin (hib/HLE). Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist „ein Erfolgsmodell und eine treibende Kraft der Energiewende“. Zu diesem Fazit kommt der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in einem Sondergutachten mit dem Titel „Den Strommarkt der Zukunft gestalten“, das von der Bundesregierung als Unterrichtung vorgelegt wurde. Die Wissenschaftler ziehen darin auch den Schluss, das EEG habe zu vergleichsweise geringen Kosten ein beachtliches Wachstum der erneuerbaren Energien ausgelöst.

Zugleich spricht sich der SRU für eine Reihe von Änderungen in der Energieversorgung aus. So sollen Betriebe in Zeiten, in denen es wenig Sonnen- und Windstrom gibt, ihren Stromverbrauch reduzieren. Es müsse mehr Nachfrageflexibilität vor allem bei industriellen Großverbrauchern geben: „Diese haben verschiedene technische Möglichkeiten, ihren Stromverbrauch in Zeiten mit knappem Stromangebot zu senken.“ Gefordert wird außerdem eine Erhöhung des Kohlendioxid-Preises. Dies sei der „wichtigste Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit flexibler und relativ CO2-armer Gaskraftwerke im Vergleich zu Kohlekraftwerken zu stärken“. Dazu gehöre auch die Herausnahme von Emissionszertifikaten aus dem Markt.

Insgesamt hält der SRU es für „technisch möglich, den Strombedarf bis 2050 weitestgehend aus erneuerbaren Energiequellen zu decken“. Windkraft und Photovoltaik würden in einigen Jahrzehnten die Leittechnologien eines zukünftigen Energiesystems sein. Angesichts der damit verbundenen Schwankungen bei der Stromerzeugung, die schnell erfolgen könnten und nur begrenzt vorhersehbar seien, müsse sich das gesamte Energiesystem „auf solche qualitativ neuen Anforderungen einstellen, indem es flexibler wird“. Dabei könne ein hohes Niveau an Versorgungssicherheit gewährleistet werden. „Dies wird zu Kosten möglich sein, die langfristig unter denen einer konventionellen Stromversorgung liegen werden, da anzunehmen ist, dass die Preise für fossile Energieträger in den nächsten Jahrzehnten, trotz der Schiefergasförderung in den USA, steigen werden“, sind die Wissenschaftler überzeugt.

Mit Blick auf die Strompreisentwicklung warnt der Sachverständigenrat vor Fehldeutungen, der Preisanstieg gehe auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurück. „Die Verdoppelung des Haushaltsstrompreises im Laufe der letzten Dekade war vor allem durch den Kostenanstieg der fossilen Energieträger getrieben“, heißt es in der Unterrichtung. Die Umlage steige unter anderem, weil die großzügigen Befreiungen für eine Reihe von Industrieunternehmen auf alle anderen Stromkunden umgelegt würden.

Letzte Änderung am Montag, 20 Januar 2014 18:19
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