Freitag, 11 April 2014 10:32

Amt Hohe Elbgeest widerspricht Fracking-Aufsuchungserlaubnis

Dassendorf (LOZ). „Die Bürgermeister der zehn Amtsgemeinden und der Forstgutsbezirk Sachsenwald ziehen an einem Strang. Sie sind sich einig, gegen die Aufsuchungserlaubnis des Landesbergamtes vom 17. April 2013 vorzugehen“, berichtet die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow.

Im Mai 2013 hatte Umweltminister Robert Habeck dem Amt Hohe Elbgeest versichert, dass mit der Erlaubnis nur die „Claims“ gegenüber der Konkurrenz abgesteckt würden und „keinerlei Eingriffe in den Boden, wie Bohrungen oder gar Frack-Maßnahmen, erlaubt seien.“ Inzwischen ist bekannt, dass mit der Erlaubnis für die PRD Energy GmbH sehr wohl zumindest seismische Messungen und anschließende Explorationsbohrungen verbunden sein werden.

Die Gemeinden des Amtes wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um ihre Einwohner vor schädlichen Auswirkungen zu schützen. Fracking ist im Amtsgebiet zu verhindern. Hierüber sind sich Bürger und viele Gemeinden im Erlaubnisfeld einig.

Einen ersten Erfolg erzielte das Amt Hohe Elbgeest bereits 2012, als es frühzeitig im Genehmigungsverfahren eine formale Stellungnahme an das Bergbauamt schickte. Die Resolutionen des Kreises und der Kommunen wurden im Verfahren nicht berücksichtigt. Lediglich die Stellungnahme des Amtes ist Teil der Aufsuchungsgenehmigung geworden und somit aktenkundig.

„Unser Widerspruch beinhaltet auch den Antrag auf Akteneinsicht. Unsere Gemeinden müssen erfahren, was tatsächlich im Amtsgebiet geplant ist und welche Gemeinden betroffen sind. Wir sind zuversichtlich, dass das Bergbauamt unserem Antrag auf Akteneinsicht entsprechen wird und wir dann erfahren, was Inhalt der Aufsuchungserlaubnis ist“, so Heike Wladow, Fachdienstleiterin für den Bereich Planen und Bauen im Amt. „Das Land will mit dem Landesentwicklungsplan Fracking verhindern und die Kommunen künftig stärker in die Abläufe einbinden, aber für das laufende Verfahren hier kommt das zu spät“, fürchtet Heike Wladow. Auch andere Städte und Gemeinden haben angekündigt, ebenfalls Widerspruch gegen die Aufsuchungserlaubnis einzulegen. Die Kommunen könnten sich noch anschließen, doch die Zeit drängt: Am 17. April 2014 endet für die Gemeinden die Möglichkeit, die Erlaubnis anzufechten.

„Es wäre gut, wenn im Erlaubnisfeld Schwarzenbek alle gemeinsam vorgehen, denn Aufsuchungshandlungen machen an keiner Gemeindegrenze halt.“, so LVB Brigitte Mirow.

Das Erlaubnisfeld Schwarzenbek erstreckt sich über ein Gebiet mit mehreren Erdöllagerstätten im südlichen Schleswig-Holstein. Die an PRD Energy GmbH Berlin vergebene Fläche hat eine Größe von ca. 708 Quadratkilometer und umschließt zwei ehemalige Erdölproduktionsfelder. Die Lizenz verläuft über einem geologischen Trend von jurassischen Sandsteinen mit Erdölpotential. Die bisher produktiven Sandsteine liegen in Tiefen zwischen 800 bis 1650 Meter laut Informationen der Homepage der PRD Energy GmbH).

Beim Fracking wird mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien tiefer liegendes Gestein aufgebrochen, so dass Gas entweichen kann. Kritiker warnen, der Einsatz gefährlicher Stoffe könnte Risiken für Mensch und Umwelt bergen. Selbst wenn keine Chemikalien eingesetzt würden, seien eine Gefährdung des Grundwassers und Schäden für die gesamte Umwelt nicht auszuschließen.

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