Dienstag, 22 April 2014 10:52

Antrag auf Stilllegung eingereicht – und jetzt?

Geesthacht (LOZ). Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) und die Begleitgruppe „Stilllegung Atomanlagen des HZG (ehem. GKSS)“ laden am 8. Mai um 19 Uhr zur nächsten öffentlichen Veranstaltung in den HZG-Hörsaal ein.

Wie geht es bei der Stilllegung des Forschungsreaktors und dem geplanten Abbau der kerntechnischen Einrichtungen des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums weiter? Wie wird die Öffentlichkeit beteiligt sein und was soll mit den anfallenden radioaktiven Abfällen geschehen?

Über diese Fragen diskutiert auf Initiative des Helmholtz-Zentrums Geesthacht auf der Basis eines konsensorientierten Dialogprozesses eine Begleitgruppe aus Bürgern und Umweltgruppen seit nunmehr eineinhalb Jahren. Inzwischen ist im Rahmen dieses Dialogs der Antrag zur Stilllegung des Forschungsreaktors (FRG1) und der Abbau der Forschungsreaktoranlage und des Heißen Labors bei der zuständigen Atomaufsicht in Kiel gestellt worden.

Grund genug, erneut mit einer öffentlichen Veranstaltung der Dialogpartner HZG und Begleitgruppe zu informieren und sich den Fragen, der Kritik und den Anregungen der BürgerInnen und Interessierten zu stellen.

Informieren will das HZG über den Stand der Dinge und über das weitere atomrechtlich festgelegte Vorgehen. Daher wurden Vertreter der Atomaufsichtsbehörde Kiel und Gutachter eingeladen, die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens die geplanten Abbau-Maßnahmen sicherheitstechnisch und rechtlich zu prüfen haben.

Programm

Grußwort "Dialog und Rückbau": Prof. Wolfgang Kaysser Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht

Themenfeld 1: Was genau ist im Verlauf des Dialog-Prozesses bisher geschehen und wie geht es weiter?

Dr. Torsten Fischer Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Jörg Kunert Begleitgruppe „Stilllegung Atomanlagen des HZG (ehem. GKSS)

Themenfeld 2: Wie funktioniert die Stilllegung technisch und rechtlich, wer sind die Gutacher und wie ist die Öffentlichkeit weiterhin beteiligt?

Jens Meier Schleswig-Holsteinisches Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Jürgen Rother Bestellter Gutachter der Aufsichtsbehörde: Tüv Nord SysTec GmbH & Co. KG Hamburg

Dr. Peter Schreiner Leiter der Zentralabteilung Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums Geesthacht

Um 18.30 Uhr fährt vom ZOB Geesthacht ein kostenloser Bus-Shuttle zum Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Rückfahrt gegen 21.30 Uhr.

Hintergrund

Im Herbst 2012 hat das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) Bürger und Anti-Atom-Initiativen dazu eingeladen, die geplante Stilllegung des Forschungsreaktors und den Abbau der kerntechnischen Einrichtungen des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums in einem konsensorientierten Dialog-Prozess und unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen durchzuführen.

Nicht nur Offenheit und Transparenz, sondern die Suche nach gemeinsamen Vorgehensweisen solle den Dialog bestimmen. Dieser – bundesweit ungewöhnliche – Vorschlag des HZG wurde positiv aufgegriffen und inzwischen hat sich auf dieser Basis eine Begleitgruppe „Stilllegung Atomanlagen des HZG (ehem. GKSS)“ gebildet.

Gleich zu Beginn des Dialog-Prozesses hatte sich das HZG bereiterklärt, den zunächst geplanten Zeitpunkt für die Einreichung des Stilllegungsantrages zu verschieben, um der Begleitgruppe die Möglichkeit zu geben, über Alternativen zum Rückbau und die geplante Vorgehensweise des HZG zu diskutieren.

Auf Wunsch der Begleitgruppe wurde zusätzlich der unabhängige Atom-Experte und Physiker Wolfgang Neumann hinzugezogen. Nach kritischer Prüfung, bei der auch neue Vorschläge für das Vorgehen diskutiert wurden, verständigten sich HZG und Begleitgruppe darauf, den Weg eines Rückbaus zu gehen.

Wolfgang Neumann hat die Stilllegungsstrategie des HZG überprüft und den Abbau gegenüber dem „Sicheren Einschluss“ der kernbrennstofffreien Anlage als zu bevorzugende Option bestätigt. Daraufhin hat das HZG im März 2013 beim schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel den Antrag zur Stilllegung der Forschungsreaktoranlage des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums eingereicht.

Grundlagen der Zusammenarbeit im konsensorientierten Dialog:

Da es für den bundesweit einzigartigen konsensorientierten Dialogprozess bei der Stilllegung von Atomanlagen keine rechtlichen Rahmenbedingungen gibt, haben HZG und Begleitgruppe in gemeinsamen und getrennten Sitzungen „Grundsätze für die Zusammenarbeit“ erarbeitet. Darin definieren beide Seiten ihr jeweiliges Selbstverständnis im Dialogprozess und in welcher Weise sie auch in Zukunft zu gemeinsamen Lösungen kommen wollen.

 

Letzte Änderung am Dienstag, 22 April 2014 11:07

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