Dienstag, 29 April 2014 18:46

Pokert Vattenfall um hohe Entschädigungszahlungen?

Geesthacht (wre). In kleiner Runde trafen sich heute Vertreter von Vattenfall und den Grünen in Krümmel, um über das AKW zu diskutieren. Rund zwei Stunden dauerten die Gespräche. Am Ende waren die Grünen etwas beruhigter, dass die Fässer mit strahlenden Abfällen nicht wie in Brunsbüttel verrotten, aber es blieb auch ein großes Fragezeichen zurück. Was hat Vattenfall mit dem AKW in Krümmel vor?

„Wir hatten Vattenfall einen Fragenkatalog nach den Vorfällen in Brunsbüttel geschickt, aber leider keine Antworten erhalten“, so Konstantin von Notz. Daher war man froh, heute ein Gespräch direkt vor Ort führen zu können. Als gute Nachricht brachten die Grünen aus dem Gespräch mit, dass auf den von Vattenfall gemachten Fotos, die vorgelegt wurden, kein Rost an den Fässern zu sehen war. „Ich habe das Gefühl, die haben das in Griff“, erklärt Betina Boll. Derzeit lagern in Krümmel 1.263 Fässer mit schwach radioaktiven Material. Derzeit ist noch genug Platz für weitere Fässer, wenn es aber eng wird, sollen die Behälter in Castorbehälter gepackt werden, und kommen nach Brunsbüttel.

Während die Fässer scheinbar kein Problem darstellen, sorgt das weitere Vorgehen von Vattenfall für Unverständnis. „Es wurde weder ein Antrag auf Stilllegung, noch auf Rückbau gestellt“, sagt Bundestagsmitglied Manuel Sarrazin. „Es wird auch immer noch eine große Turbine betrieben, damit diese funktionsfähig bleibt“, ergänzt Betina Boll. Eigentlich ein unnötiger Vorgang bei einem AKW, dass nicht mehr in Betrieb genommen werden soll.

Solange sich politisch nichts ändert, wäre ein erneuter Betrieb wohl auch ausgeschlossen, sind sich die Grünen sicher. Aber bei einem politischen Wechsel wäre die Zukunft ungewiss, da Vattenfall die Möglichkeit zum Weiterbetrieb offen hält. Vonseiten des schwedischen Konzerns gäbe es keinerlei Ambitionen, die Stilllegung voranzutreiben. Ob man bei Vattenfall den erneuten Betrieb gern sehen würde, oder ob es andere Gründe gibt, darüber gibt es keine Aussage. Wie Konstantin von Notz andeutet, könnte es für den Steuerzahler aber richtig teuer werden. „Das Verhalten der schwarz/gelben Regierung wird den Steuerzahler wohl Milliarden kosten“. Vattenfall hat bereits beim internationalen Schiedsgericht in New York Klage eingereicht. Und für ein „funktionsfähiges“ AKW ist wohl eine höhere Entschädigung zu erwarten, als dies der Fall wäre, wenn der Konzern seine Bereitschaft zum Rückbau signalisieren würde.

Mit einer schnellen Entscheidung rechnen die Grünen nicht mehr. „Ich hoffe aber, dass es in diesem Jahrzehnt noch eine Entscheidung gibt“, so Sarrazin. Ein Auge will man aber weiter auf das AKW richten, denn auch die Entsorgung sei noch lange nicht geklärt.

Letzte Änderung am Dienstag, 29 April 2014 19:01
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