Mittwoch, 14 Mai 2014 16:44

Die schwere Aufgabe der Integration

AWO und Handwerkskammer unterstützen Flüchtlinge

Geesthacht (wre). Wer als Flüchtling nach Deutschland kommt, der soll sich integrieren, so heißt es immer wieder. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass man auch deutsch lernt. Denn wie soll man sonst verstehen, was Behörden von einem wollen, oder was auf Hinweistafeln steht. Auch das alltägliche Einkaufen ist ohne Kenntnisse der Landessprache ein schwieriges Unterfangen. Also wird immer wieder gefordert, die Flüchtlinge müssen Deutsch lernen. Wie die Migrationsberaterin Céline Rabe der AWO aber berichtet, ist dies nicht so leicht umzusetzen.

„Wer nur einen Duldungsstatus hat, hat kein Anspruch auf Deutschkurse“, berichtet Rabe. Und der Status als geduldeter Flüchtling kann viele Jahre dauern. Damit die Flüchtlinge in dieser Zeit eine Chance auf Integration haben, bietet die AWO selber Deutschkurse an. „Das haben wir oft ehrenamtlich gemacht“, berichtet Rabe. Ihre Kollegin Ludmila Sitnikowa berichtet, dass einfach zu wenig Geld von der Politik bereitgestellt wird. Derzeit läuft aber ein gemeinsames Projekt mit der Handwerkskammer Lübeck, die die Arbeit der AWO unterstützt. Gleichzeitig haben so die Teilnehmer am Projekt die Möglichkeit, über eine Praktikumsstelle in das Berufsleben zu schauen.

„Bei uns lernen die Teilnehmer nicht nur Deutsch, sondern auch die Arbeitskultur in Deutschland kennen“, berichtet Farzaneh Zahed, die die Flüchtlinge unterrichtet. Das Projekt läuft bereits im zweiten Jahr, aber ob es weitergeht, steht noch nicht fest. „Wir wollen die Flüchtlinge unterstützen. Für die Arbeitsmarktintegration ist die Sprache ganz wichtig“, berichtet Stefanie Ebbeler von der Handwerkskammer. Die Förderung der Kammer läuft aber zum Ende des Jahres aus, ob es eine Verlängerung gibt, sei noch nicht entschieden, ergänzt Ebbeler.

Doch so lange das Projekt läuft, sollen weiter Flüchtlinge an Betriebe vermittelt werden. „Es ist manchmal schwer Arbeitgeber zu überzeugen, einen Flüchtling einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz anzubieten“, berichtet Ebbeler. Dabei seien diese oftmals sogar bereits Qualifiziert, nur wird die Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt. Die Beraterin der Handwerkskammer berichtet aber, dass sie bereits viele positive Rückmeldungen von Firmen erhalten habe, die einen Flüchtling einen Platz angeboten haben. Aktuell werden Plätze für das Friseurhandwerk, als Schneider und in der Elektrotechnik gesucht. „Möglichst in Geesthacht“, sagt Sitnikowa. Der Praktikumsplatz kann bis zu drei Monaten gehen, sollte aber mindestens für zwei Wochen ausgelegt sein.

Das Interesse an den Kursen sei groß, berichten die Migrationsberaterinnen. Daher will man auch im nächsten Jahr weitermachen, notfalls ohne Handwerkskammer. „Wir wollen versuchen, von der Stadt Unterstützung zu bekommen“, sagt Ludmila Sitnikowa. Céline Rabe ergänzt, dass das Projekt ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Der Bedarf sei deutlich höher. „Es herrscht großes Interesse an den Kursen“, bestätigt die Sprachkoordinatorin Anya Groß.

Wer das Projekt unterstützen möchte, und zum Beispiel einen Praktikumsplatz anzubieten hat, kann sich an Céline Rabe oder Ludmila Sitnikowa unter der Telefonnummer 04152 / 84 22 95 melden.

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