Donnerstag, 05 Juni 2014 14:27

Erste Väter-Kind-Kuren mit väterspezifischen Qualitätskonzepten möglich

Berlin / Dassendorf (LOZ). Neuerdings können auch Väter qualitätsgeprüfte Vater-Kind-Kuren beantragen. Wie das Müttergenesungswerk (MWG) in einer Pressemitteilung berichtet (www.muettergenesungswerk.de) können ab sofort in den ersten sechs Kliniken Vater-Kind-Kurkonzepte zur Anwendung kommen. Knapp ein Jahr nach der Bekanntgabe, dass zukünftig auch die Durchführung von Kuren für Pflegende und Väter als Stiftungsaufgabe des Müttergenesungswerkes verstanden wird, erfolgt damit die konkrete Umsetzung. Nach der Prüfung durch das Müttergenesungswerk können Väter in diesen Kliniken ab sofort die gleiche spezifische Qualität ihrer Vater-Kind-Kur erwarten, wie Mütter sie bereits seit über 60 Jahren in Anspruch nehmen können.

Das begrüßt auch Nina Stiewink, seit 1.Mai hauptamtliche kommunale Gleichstellungsbeauftragte im Amt Hohe Elbgeest. „Väter übernehmen verstärkt Erziehungstätigkeit mit all den Anstrengungen und Belastungen, die damit einhergehen. Den Genesungsgedanken von Müttern auf Väter zu erweitern ist ein begrüßenswerter konsequenter Schritt gesellschaftlicher Veränderung.“ In konkreten Zahlen bedeutet das eine Erhöhung der Anzahl der Väter in Vater-Kind-Kuren um 20 Prozent. “Gleichzeitig bleibt die Hauptbelastung durch Erziehungstätigkeit weiterhin auf Seiten der Frauen und braucht besondere Förderung, “ betont Stiewink ergänzend.

Die väterspezifischen ganzheitlichen Kurmaßnahmen werden entweder als reine Vater-Kind-Kurmaßnahme oder in einer Vater-Kind-Gruppe von mindestens 5 Vätern durchgeführt. Väter erhalten – wie auch bei Müttern erfolgreicher Standard – einen individuellen Therapieplan, der medizinische, physiotherapeutische und psychosoziale Anwendungen und Therapien umfasst „und bei Bedarf auch an den Lebensbedingungen und Rollenbildern von Mutter oder Vater“ ansetzt, so Dagmar Ziegler, MdB, Kuratoriumsvorsitzende des Müttergenesungswerkes in Berlin. Das begrüßt Stiewink, nach deren Ansicht „es oft gerade die traditionellen Verteilungen in der Erwerbs- und Erziehungstätigkeit sind, die zu Überforderung statt zu gegenseitiger Unterstützung führen“.

Väter die sich für eine Vater-Kind-Kur interessieren, können das bundesweite Beratungsstellennetz der Wohlfahrtsverbände im MWG für die kostenlose Unterstützung bei der Beantragung der Kurmaßnahmen nutzen.

Im Amtsgebiet Hohe Elbgeest berät Stiewink als Gleichstellungsbeauftragte bei Fragen zur Unterstützung von Müttern und Väter und vermittelt an passende Ansprechpartnerinnen weiter. Nina Stiewink ist im Amt erreichbar unter der Telefonnummer 04104 / 990-104 oder per mail unter gleichstellung@amt-hohe-elbgeest.de. Sie bittet um Terminvereinbarung, um ausreichend Zeit für Gespräche haben zu können.

Gelder für die erweiterten Kurmaßnahmen für Väter fließen übrigens aus einer Zustiftung, die innerhalb von drei Monaten einen Grundstock von fast 100.000 Euro gebildet hat. Mütter haben also weiterhin die Stiftungsgelder in der bisherigen Höhe zur Verfügung. Für den weiteren Aufbau der Zustiftung sowie die Unterstützung von Bedürftigen bei Kurmaßnahmen werden weitere Spenden benötigt.

Letzte Änderung am Donnerstag, 05 Juni 2014 14:45
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.