Montag, 23 Juni 2014 18:33

Verschwisterungstour der Geesthachter Kanuten in die Niederlande

Geesthacht (LOZ). Der Kanu-Club Geesthacht (KCG) trifft sich einmal jährlich mit dem holländischen Partnerclub „De Futen“ (die Haubentaucher) zu mehrtägigen, gemeinsamen Unternehmungen. Letztes Jahr waren die Futen in Geesthacht, dieses Jahr haben sich die Kanufreunde im niederländischen Lauwersoog an der Nordseeküste getroffen. KCG-Mitglied Claus Rüdiger Ullrich hat das dort Erlebte in einem kleinen Bericht notiert:

„Pfingsten 2014 bei den Futen in Lauwersoog“

Dieses Jahr waren die Kanuten des Kanu Club Geesthacht mit dem Partnerschafts-Besuch an der Reihe. Also reisten wir mit circa 20 Teilnehmern nach Lauwersoog, nördlich von Groningen. Schon nach kurzer Zeit hatten wir die Strapazen der Anreise vergessen, denn der Empfang war so herzlich und alles so gut vorbereitet, dass wir uns gleich heimisch, wie in einer (Paddler) Familie fühlten. Bei der ersten Besprechung der geplanten Touren wurde schnell deutlich, dass die Kollegen aus Hoogezand/Sappemeer auch sportlich sehr gut unterwegs sind. Wir hatten also ein interessantes Wochenende vor uns.

Da das Wetter gut zu werden versprach, ging es am Sonnabend gleich los mit einem wunderschönen Rundkurs etwa 17 km durch Felder, Wiesen und kleine Dörfer am Rand der Gewässer. Umtragen war nicht notwendig. Die Tour schloss die Besichtigung einer Ausstellung ein, alternativ genossen einige Kameraden die Wiese um auszuruhen. Beim Paddeln ergaben sich manche Gespräche, die oft in einem niederländisch/deutschen Spachgemisch geführt wurden, unterstützt von Kenntnis des Plattdeutschen, was gut weiterhalf. Den Tag beschloss ein abendliches Grillen in gemeinsamer Runde.

Für den Sonntag waren zwei Touren vorgesehen. Einmal für Liebhaber der Binnengewässer eine große Tour auf dem Lauwersmeer, einem Binnensee, der schon in den 60-iger Jahren durch Eindeichung entstanden ist. Ich selbst nahm an einer Fahrt durch das Wattenmeer teil, die uns vom Fährhafen Lauwersoog hinaus bis nach Schiermonnikoog führen sollte.

Der Ebbstrom führte uns mit bis zu 6 Knoten ablaufenden Wassers zur Engelsman Plaat, einem normalerweise trockenen Sand. Nur während der ersten halben Stunde hatten wir etwa Wellen, danach war das Wasser ruhig und der Wind nie mehr als Stärke 3. Unsere Freunde von den Futen paddelten nach eigenen Worten sozusagen in ihrem „Vorgarten“. Mit traumwandlerischer Sicherheit navigierten sie durch Strömung und Watt, mit genauer Tourenplanung und Kartenmaterial. Die Mittagspause machten wir auf der Engelsman Plaat und besuchten eine Vogelwarte. Statt Vögel bekam ich jedoch Robben zu sehen, und war begeistert. Da die Tide bald kippen sollte, machten wir uns auf zur Überfahrt des circa 3 km breiten Stromes Richtung Schiermonnikoog. Bald erreichten wir bei flotter Fahrt und in lockerer Formation einen der Hallig vorgelagerten Sand. Mehrfach mussten wir die Boote höher auf den Strand ziehen, denn die Flut kam nun schnell herein.

Das Farbenspiel von Wasser, Himmel und Land war bei wechselnder Wetterlage wunderschön. Von grauem Himmel mit Regen bis zu strahlendem Sonnenschein und fast völlig abgeflautem Wind bekamen wir an dem Tag alles geboten. Dann drängt der Zeitplan, um die Flut für die Rückfahrt zu nutzen. Aber es bleibt noch Zeit, um in Ruhe auch bei den Robben vorbeizuschauen. Faul lagen sie in der Sonne, mal auf dem Bauch, mal auf dem Rücken, ein wahres Robbenleben. Sobald die Flut sie umspült, wälzen sie sich träge in Richtung offenes Wasser, „robben in das nasse Element, man sieht noch den Kopf, dann sind sie wie verschluckt, als wären sie nie dagewesen.

Die Fahrt zurück in der prallen Sonne mit der laufenden Flut entlang der Tonnen der Fahrrinne ist teilweise wie in einem Schwebezustand. Erst unmerklich, dann immer deutlicher, tauchen die Konturen von Lauwersoog auf. Und schon passieren wir die Fähre, können nach kurzer Wartezeit auch durch die Schleuse. Dort drängeln wir uns mit „Dickschiffen“, die mit ihren Abgasen die Schleusenkammer verpesten. Dann, nach nur noch einem Kilometer Fahrt über das Lauwersmeer erreichen wir den Strand am Campingplatz. Für uns vier Kanuten vom KC Geesthacht geht eine unvergessliche Tour zu Ende.

Der Abend verspricht noch einen Höhepunkt, denn die Futen laden ein zum Buffet im Restaurant. An den Tischen wird noch viel erzählt, aber in Gedanken bin ich immer noch im Watt.

Montag, Abreisetag, einige wollen noch mal paddeln, andere beginnen entspannt mit dem Einpacken, denn das Zelt soll möglichst trocken verstaut werden. Oder man genießt das Nichtstun und die Langsamkeit. Zu Mittag verabschieden uns die Freunde von den Futen mit Getränken, einer guten Suppe und leckeren „Brootjes“. Noch einmal wird in der Runde gesprochen, wie schön es doch war, welch ein Glück wir mit dem Wetter hatten. Und alle freuen sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Ich auf jeden Fall.

von Claus Rüdiger Ullrich

Letzte Änderung am Montag, 23 Juni 2014 19:43
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