Montag, 01 September 2014 11:53

Woodstock in Timbuktu – der Wüstenblues kommt nach Geesthacht

Geesthacht (LOZ). Am Freitag, den 12. September um 20 lädt der Geesthachter Verein „Partnerschafft Afrika e. V.“ zu einem Themenabend „Mali Nord“ ins kleine Theater Schillerstraße ein. Gezeigt wird der Film „Woodstock in Timbuktu“ der Regisseurin Désirée von Trotha. In diesem mehrfach ausgezeichneten Film wird das Festival au Désert begleitet, das 2011 im damals noch friedlichen Mali stattfand. In wunderbaren Bildern wird nicht nur das Treffen der Nomadenstämme am Rande der Sahara gezeigt, sondern auch ihre Musik, Kultur und Lebensanschauung beleuchtet. Besonders wertvoll sind die Interviews, die einen Einblick in die Denkweise und das Selbstverständnis der Tuareg ermöglichen. Eingerahmt wird der Film durch eine Einführung in das Thema und einen anschließenden Empfang mit Gelegenheit zur Diskussion bei afrikanischen Snacks und Getränken. Für alles zusammen verlangen die Veranstalter einen Eintrittspreis von 5 Euro.

Mali ist ein Vielvölkerstaat, zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt und wurde wiederholt von bewaffneten Aufständen heimgesucht. In diesem spannungsgeladenen Umfeld setzt sich das Festival au Désert für Völkerverständigung und dauerhaften Frieden ein. Im Film werden drei sehr unterschiedliche Bands vorgestellt. Allesamt bestehen sie aus Musikern der Tuareg, die sich selbst als Kel Tamasheq (die Tamasheq sprechen) bezeichnen. Sie stammen von jenen Nomaden ab, die über mehrere Jahrhunderte den Karawanenhandel durch die Sahara kontrollierten: Gold, Gewürze und Sklaven wurden hier mit Gewinn transportiert. Mit ihrer Musik wehren sich die Gruppen heute gegen Vorurteile des Westens und werben für einen weltoffenen und friedfertigen Islam.

Die Rolle der Tuareg während der Unruhen in Mali im Frühjahr 2012 wird noch kontrovers diskutiert. Tuareg-Rebellen brachten zusammen mit radikalen Islamisten innerhalb weniger Tage den Norden Malis unter ihre Kontrolle. Später vertrieben Islamisten die Tuareg-Rebellen aus den wichtigsten Städten und verhängten das islamische Recht der Scharia. Drastische Strafen wurden eingeführt und vollstreckt, Musik verboten. Als sie im Januar 2013 weiter nach Süden vorzudringen drohten, intervenierte die französische Armee und stoppte den Vormarsch. Das Zusammenleben zwischen den Tuareg und den anderen Völkern in der Region steht vor einer Bewährungsprobe.

Der Themenabend ist Teil einer Veranstaltungsreihe des Bündnisses eine Welt“ (BEI), das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Unter dem Motto „20 Jahre – 20 Orte“ zieht eine Karawane durch Schleswig-Holstein, die am 12. September in Geesthacht Halt macht. Unterstützt wird Partnerschaft Afrika e. V. als Veranstalter von Thorsten Winkler, der sich als Geschäftsführer des kTS zusammen mit dem Verein auf einen bunten und interessanten Abend freut.

Letzte Änderung am Montag, 01 September 2014 12:04
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