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Donnerstag, 04 September 2014 12:41

Norbert Brackmann: „Umweltminister Habeck gefährdet die Energiewende“

Geesthacht (LOZ). Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hat angekündigt, die Auflagen für das Pumpspeicherwerk Geesthacht zu verschärfen. Hintergrund ist ein seit 2013 laufendes Gutachten zur „Prüfung des Standes der Technik zum Schutz von Wasserlebewesen bei der Wasserentnahme durch das Pumpspeicherwerk Geesthacht“. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das Pumpspeicherwerk durch seine Pumpen den Fischbestand bedroht. Bei dem direkt gewählten Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg – Stormarn Süd, Norbert Brackmann, stößt die Ankündigung des Umweltministeriums auf Unverständnis:

„Nach der Erhöhung des „Wasserpfennigs“ zu Anfang des Jahres sind die angekündigten neuen Auflagen ein weiterer Schritt in Richtung Abschaltung des Pumpspeicherwerks. Die christlich-liberale Vorgängerregierung hat durch die Absenkung der Gebühren für die Oberflächenwasserentnahme (des sogenannten „Wasserpfennigs“) dafür gesorgt, dass das Pumpspeicherwerk Geesthacht wieder ans Netz gehen konnte. Mit den geplanten Betriebseinschränkungen zum Schutz der Fische, die über die von Vattenfall finanzierte Fischtreppe jetzt in die Nähe des Pumpspeicherwerks kommen können, schadet der Umwelt- und Energieminister der erfolgreichen Energiewende gleich mehrfach:

- Da Schleswig-Holstein bis zu 300 Prozent des Eigenbedarfes an Strom aus erneuerbaren Energien produziert, muss schon jetzt ein Teil davon verschenkt oder teuer vernichtet werden. Die Kosten tragen die Verbraucher über die EEG-Umlage. Diesen Anteil durch die faktische Stilllegung des einzigen nennenswerten Energiespeichers weiter in die Höhe zu treiben, ist unsolidarisch.

-Das Fehlen von Speicherkapazitäten ist eines der größten Probleme der Energiewende. Nur weil es daran mangelt, müssen die umweltschädlichen Kohlekraftwerke mit ihrem hohen Kohlendioxydausstoß weiter auf Volllast fahren. In dieser Situation Speicherkapazität zu vernichten, ist daher ein aktiver Beitrag zur Luftverschmutzung.

- Die Die Forderung nach zusätzlicher Speicherkapazität ist unglaubwürdig, wenn die vorhandene Kapazität ersatzlos vernichtet wird.

- Die Netzsicherheit für Hamburg wird insbesondere bei Ausfall von Stromlieferungen akut gefährdet und

- künftig wird sich jeder Investor zweimal überlegen, ob er in den Umweltschutz wie den Bau einer Fischtreppe investiert, wenn er damit seinen eigenen Betrieb gefährdet.

Minister Habeck sollte die Energiewende durch den genehmigten und ausgeübten Betrieb des Pumpspeicherwerks nicht nachträglich durch neue Auflagen behindern, sondern sie voran bringen. Denn wenn die Umstellung auf erneuerbare Energien gelingen soll, brauchen wir vor allem die Möglichkeit, den Strom zu speichern.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 04 September 2014 13:57