Dienstag, 09 September 2014 15:36

Geesthachter Ratsversammlung verteilt Steuergelder

Geesthacht (wre). Die kommende Sitzung der Geesthachter Ratsversammlung am 12. September wird wieder teuer für den Steuerzahler. Rund 600.000 Euro müssen für außerplanmäßige Ausgaben ausgegeben werden, oder werden als Verlustvortrag vor sich hergeschoben. Die Ratsversammlung wird wohl den Vorlagen zustimmen, denn um die Zahlungen werden sie nicht mehr herumkommen. Als Ausgleich soll ein höheres Gewerbesteueraufkommen dienen.

Die Verwaltung wird auf der Sitzung einen Bericht über den Sachstand zur Erstellung der Eröffnungsbilanz der Stadt abgeben. Diese hätte schon längst fertig sein sollen, doch durch geänderte Bewertungsmethoden verschiebt sich die Fertigstellung weiterhin. Gerade die Bewertung der Straßen macht Probleme, da Unmengen an Akten durchzusehen sind, um den aktuellen Wert ermitteln zu können. Allein für Bewertung der Straßen liegen rund 800 Ordner zu Grunde. Für die Erstellung der Bilanz hat sich die Stadt externe Hilfe geholt, wofür ursprünglich 30.000 Euro eingeplant wurden. Nun stellte man fest, dass dieser Ansatz nicht annähernd reichen wird. Es sollen noch einmal 250.000 Euro von den Ratsmitgliedern bewilligt werden, damit die externen Arbeiten für die Eröffnungsbilanz und den Jahresabschluss 2010 bezahlt werden können. In einer Vorlage wird darauf hingewiesen, dass die Stadt auf die Einstellung von Personal für die Bilanzerstellung verzichtet hat. Die Kosten würden laut Verwaltung ungefähr gleich sein.

Tief in die Tasche, beziehungsweise Haushaltskasse, müssen die Ratsmitglieder noch einmal für das Theater Schillerstraße greifen. Die jährliche Unterstützung in Höhe von 290.000 Euro wird nicht ausreichen. Es sollen noch einmal 184.000 Euro auf das Konto des Theaters gehen. Ein großer Posten ist dabei die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 50.000 Euro. Die Stadt hatte die Klage eines Mitarbeiters verloren, der während seiner Tätigkeit als Selbstständig geführt wurde. Das Gericht ging aber von einer abhängigen Beschäftigung aus, sodass das Theater nun die Beiträge nachzahlen muss. Zusätzlich wird das Theater durch den Weggang des ehemaligen Geschäftsführers Ulrich Jacobi mit zwei Geschäftsführergehältern belastet. Auch Kosten für die Stellenausschreibung und Personalberatungsgesellschaft schlagen zu Buche. Das eingeplante Defizit des Theaters wird aber noch höher sein, denn bereits im Juli wurden 70.000 an das Theater überwiesen, um einen Liquiditätsengpass zu vermeiden. Der Zuschuss an das KTS wird dann wohl in diesem Jahr 544.000 Euro betragen, wenn nicht noch weitere Kosten auf die Stadt zukommen.

Ebenfalls mit einem Minus wird der Abwasserbetrieb die Jahresrechnung für 2013 abschließen. 174.062,47 Euro wurden mehr ausgegeben, als eingenommen wurden. Das Minus ist aber eher rechnerischer Natur, da Rückstellungen gebildet wurden, und Zuführungen von kalkulatorischen Einnahmen vorgenommen wurden. Mit den Verlusten aus 2012 schiebt der Abwasserbetrieb nun ein Minus von über 300.000 Euro vor sich her, die mit späteren Gewinnen, wenn es sie denn gibt, verrechnet werden sollen.

Letzte Änderung am Dienstag, 09 September 2014 17:08

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