Freitag, 19 September 2014 10:44

Minge: „Dänenampel will Pumpspeicherwerk offenbar stilllegen“

Geesthacht (LOZ). Die Kritik aus dem Herzogtum Lauenburg an den schwierigen Rahmenbedingungen zum Betrieb des Geesthachter Pumpspeicherwerkes sind im Kieler Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume nicht ungehört geblieben. Minister Robert Habeck (Grüne) verwies am vergangenen Mittwoch auf eine Studie, die mittelfristig Speichermöglichkeiten zwar für erforderlich hält, den Netzausbau aktuell aber in den Vordergrund stellt (wir berichteten).

Habeck unterstrich in seiner Schlussfolgerung, dass Pumpspeicherkraftwerke - insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten - derzeit keine Zukunft haben. In Schwerin wurde in dieser Woche ein Energiespeicher eingeweiht.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Sven Minge hält die Schlussfolgerung von Minister Habeck für ein Ablenkungsmanöver. „Herr Habeck verschweigt, dass die kürzlich erfolgte Erhöhung des Wasserentnahmepfennig das Pumpspeicherwerk an den Rand der Stilllegung geführt hat.“ Die Landesregierung behauptet weiter, es handelt sich hierbei um Erhöhungen, die keine wirtschaftlichen Auswirkungen haben.

Zudem steht derzeit ein Gutachten im Raum, welches dem Pumpspeicherwerk eine erhebliche Schädigung der Fische unterstellt. Das Ministerium sieht Handlungsbedarf und will mit dem Betreiber Vattenfall nun geeignete Schutzmaßnahmen diskutieren. „Seit der Inbetriebnahme 1958 war dieses kein Thema, keine Möwe konnte sich an dieser Unterstellung bisher erfreuen“, berichtet Minge. „Die Stilllegung des einzigen Pumpspeicherwerkes in Schleswig-Holstein ist von der Dänenampel offenkundig politisch gewollt.“

Die CDU-Landtagsfraktion hat mittlerweile eine kleine Anfrage gestellt, um mehr Klarheit in die Absichten der Landesregierung zu bekommen.

Minge hält das „Ablenkungsmanöver“ von Minister Habeck für erkennbar gefährlich: „Das Pumpspeicherwerk spielt unbestritten als Regelkraftwerk eine wichtige Rolle für die Netzstabilität in der Metropolregion Hamburg, insbesondere wenn Regionalkraftwerke in der Revision sind. Eine Stilllegung würde die zweitgrößte Stadt in der Bundesrepublik den Risiken eines Stromausfalls deutlich näher bringen – davon wäre der Süden von Schleswig-Holstein ebenfalls betroffen“, kritisiert Minge.

Der Geesthachter CDU-Fraktionsvorsitzende Karsten Steffen unterstützt seinen Stellvertreter Sven Minge in seiner Kritik: „ Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warum die Dänenampel in Kiel seit vielen Jahren diesem umweltfreundlichen Kraftwerk durch immer wieder neue finanziellen und ökologischen Abgaben die Wirtschaftlichkeit entzieht und damit die von allen gewollte Energiewende förmlich an die Wand fährt. Derzeit ist man ja dabei, die Aufgabenbereiche der Ministerien neu regeln. Vielleicht sollte man auch die Aufgabe der Energiewende einem Minister übertragen, der von dieser Aufgabe etwas versteht“, so Steffen.

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