Mittwoch, 08 Oktober 2014 19:54

Geesthacht macht Platz für Flüchtlinge

Wohncontainer am Höchelsberg sollen Engpass beseitigen

 

Geesthacht (wre). Der Flüchtlingsstrom aus Krisengebieten reißt nicht ab. Aber auch Spätaussiedler aus den ehemaligen Ostblockstaaten kommen wieder vermehrt nach Deutschland. Dies spürt auch Geesthacht. Langsam gehen der Stadt die Wohnungen zur Unterbringung aus. Abhilfe sollen Wohncontainer schaffen. Als erster Standort wurde ein Grundstück am Höchelsberg ausgesucht. Dort sollen bis zu 30 Flüchtlinge Platz finden.

„Bisher gelang es uns immer, alle Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen“, sagt Bürgermeister Dr. Volker Manow. Doch nun wird es langsam eng. „Wir haben keine dezentrale Möglichkeit mehr, und müssen ein Flüchtlingsheim erreichten“, erklärt Manow. Dies soll aber nur eine Notlösung sein. Um Einigkeit bei der Flüchtlingsunterbringung zwischen Verwaltung und Politik zu demonstrieren, stellten heute der Bürgermeister gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitern und den Fraktionsvorsitzenden der Parteien in der Ratsversammlung das Konzept vor.

Derzeit sind in Geesthacht 145 Flüchtlinge untergebracht. „Pro Monat kommen 6 bis 9 Personen dazu“, sagt Manow. Geesthacht wurde zwar eine Sollzahl von 158 Personen zugewiesen, aber der Fachbereichsleiter Soziales, Christoph Wieck, rechnet damit, dass die Zahlen noch vom Kreis erhöht werden. „Wir rechnen damit, dass wir mindestens für fünf Jahre Planen müssen, was die Unterbringung der Flüchtlinge angeht“, so Wieck. In der Vergangenheit wurden Wohnungen, meist von der WoGee, für die Flüchtlinge angemietet. Doch es gibt nicht mehr genug Leerstand in Geesthacht. „Wir würden uns über Hinweise von Vermietern freuen, wo wir noch etwas anmieten können“, ergänzt Wieck.

Am Höchelsberg soll nun der erste Wohnblock eingerichtet werden. Dieser soll im November bezugsfertig sein. Dazu wird nun das Grundstück hergerichtet, und die nötigen Anschlüsse gelegt. Rund 70.000 Euro nimmt die Stadt dafür in die Hand. Wenn weitere Einheiten nötig werden sollten, ist geplant sie auf anderen Grundstücken unterzubringen, damit es keine Ballung gibt. Es sind zwar schon weitere Grundstücke im Gespräch, aber um welche es sich handelt, dazu möchte sich die Verwaltung noch nicht äußern.

Die Kosten für die Unterbringung bekommt die Stadt zu 70 Prozent vom Land, und zu 30 Prozent vom Kreis erstattet. Bei Leerständen muss allerdings die Stadt für die Mieten allein aufkommen. Einig ist man sich, dass eine „Willkommenskultur“ in der Stadt geschaffen werden muss. Vor allem die Bürger sollen mit einbezogen werden. „Niemand kommt freiwillig als Flüchtling zu uns. Daher ist eine freundliche Aufnahme wichtig“, sagt Kathrin Wagner-Bockey (SPD). In diesem Zusammenhang hoffen Verwaltung und Politik auch auf ehrenamtliche Helfer, die den Flüchtlingen behilflich sind, um sich in ihrer neuen Heimat zurecht zu finden. „Wenn die Zahlen weiterhin so anhalten, werden wir wohl ein Betreuungsangebot machen müssen“, ergänzt Karsten Steffen (CDU).

Mit einem weiteren Problem kämpft derzeit die Verwaltung. „Wir hatten früher vier Wochen Vorlaufzeit, ehe neue Flüchtlinge kamen“, sagt Wieck. Jetzt sind es nur noch ein bis zwei Wochen. „Und ich fürchte, der Vorlauf wird noch kürzer werden“, so Wieck. Dann hat die Stadt kaum noch Zeit, sich vorzubereiten und Wohnraum zu suchen. „Es wird ja immer gern auf die Kommunen gezeigt, aber wir appellieren an das Land, für längere Vorlaufzeiten zu sorgen“, mahnt Manow.

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