Mittwoch, 10 Oktober 2012 12:59

Ist die Pacht für die Hafenschänke unwirtschaftlich?

Geesthachter Verwaltung gibt Erklärung zur Pachterhöhung ab

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Für die Hafenschänke sucht die Stadt Geesthacht einen neuen Betreiber, nachdem die Wirtin Walburga Cox-Budig erklärt hatte, sie wolle zum 31. Dezember aufhören. Foto: T. Bartel


Geesthacht (LOZ/wre). „Die öffentliche Berichterstattung zur Erhöhung der Miete und Pacht der Gaststätte Hafenschänke in Geesthacht hat zunehmend zu Reaktionen in der Bevölkerung geführt. Die aus Sicht der Stadt Geesthacht leider nicht vollständige Berichterstattung lässt den Schluss zu, dass die Stadt Geesthacht eine 500-prozentige Erhöhung der Pacht und Miete für moderat hält“, lautet es in einer Erklärung der Stadtverwaltung.

Am Wochenende hatte eine regionale Tageszeitung über das Aus der Hafenschänke berichtet. In dem Artikel erhebt die Wirtin Walburga Cox-Budig den Vorwurf, die Stadt wolle sie nicht mehr als Pächterin haben. Auch schon der Tretbootverleih sei ihr von der Stadt untersagt worden. Die neue Pacht würde nun einen wirtschaftlichen Betrieb der Kneipe unmöglich machen. Zum 31. Dezember 2012 soll nun Schluss mit der Kneipe sein. Die 65-jährige Wirtin will die Kneipe zu den neuen Bedingungen nicht weiterführen.

Äußerungen, dass die Pacht erhöht wurde, weil seitens der Stadt das Pachtverhältnis mit Walburga Cox-Budig nicht mehr gewünscht sei, weist Bürgermeister Dr. Volker Manow entschieden zurück. Ziel sei immer die Fortsetzung der traditionellen Gaststätte gewesen.

„Der Mietpreis wurde zu Beginn vom Amt für Wasserwirtschaft so niedrig angesetzt, da bauliche Maßnahmen durch den Mieter durchzuführen waren. Bei Übernahme der Immobilie durch die Stadt Geesthacht wurde der Pacht- und Mietzins in Höhe von 128,83 Euro monatlich beibehalten. Dieser Betrag entfällt auf eine Wohnung (59,33 Quadratmeter) und eine Gewerbefläche (91,49 Quadratmeter). In diesem Betrag ist sowohl die Grundsteuer als auch die Straßenreinigungsgebühr in Höhe von jährlich 303,38 Euro bereits enthalten“, heißt es in der Erklärung der Verwaltung.

„Im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Verwertung des städtischen Immobilienbesitzes und auch im Rahmen der Gleichbehandlung mit den weiteren Gewerbemietverhältnissen wurde eine angemessene Anpassung der Miete beziehungsweise Pacht durchgeführt“, erklärt Geesthachts Pressesprecher Torben Heuer.

„Es wurde mit Frau Cox-Budig besprochen, dass für die Zukunft ein Betrag in Höhe von 700 Euro monatlich für das gesamte Objekt angemessen wäre, unter Beibehaltung der bisherigen Regelung, dass die baulichen Maßnahmen durch die Mieterin erfolgen“, so Bürgermeister Volker Manow. Dabei sollten 200 Euro für die Wohnung und 500 Euro für die Gaststätte gezahlt werden.

„Um die Erhöhung des Jahresbetrages auf somit 8.400 Euro moderat zu gestalten erfolgt eine Staffelung der Mieterhöhung: 2012 wurde ein Jahresbeitrag 2.100 Euro (12 Monate je 175 Euro) angesetzt, 2013 ein Jahresbeitrag von 4.200 Euro (12 Monate je 350 Euro), 2014 ein Jahresbeitrag von 6.300 Euro (12 Monate je 525 Euro) und 2015 ein Jahresbeitrag von 8.400 Euro (12 Monate je 700 Euro).

Gleichzeitig wurde in dem Vertrag eine Wertsicherungsklausel aufgenommen, die sich auf die Veränderungen des Verbraucherindex für Deutschland bezieht. Dies bedeutet, dass erst ab einer Veränderung von mehr als 10 Prozent eine erneute Anpassung erfolgen könnte“, erklärt die Verwaltung die geplante Erhöhung der Pacht.

„Die Vorwürfe, dass die Stadt Geesthacht bereits in der Vergangenheit den Tretbootverleih torpediert habe ist nicht korrekt“, so Manow weiter. „Alle Betreiber von Pontons und auch Vermieter von Tretbooten müssen rechtlich einen Schwimmfähigkeitsnachweis vorlegen. Dies dient der Sicherheit aller Nutzerinnen und Nutzer. Die Hafenschänke genießt diesbezüglich keine andere Rechtstellung gegenüber weiteren Vereinigungen in Geesthacht, die diese Nachweise erbringen. Der Stadt Geesthacht als Hafenbetreiber obliegt diesbezüglich die Aufsichtspflicht“, so der Bürgermeister weiter.

„Abschließend ist zu erwähnen, dass die Betreiberin bereits vor vier Jahren öffentlich geäußert hat, den Betrieb der Hafenschänke aufzugeben, wenn sie das 65. Lebensjahr erreicht habe“, heißt es weiter.

Für die Hafenschänke soll nun ein neuer Betreiber gesucht werden. „Die Kneipe soll auf jeden Fall weitergeführt werden. Ob nun mit Frau Cox-Budig oder einem anderen Betreiber“, erklärt Torben Heuer. Ein neuer Pächter ist noch nicht gefunden, Interessenten können sich aber jederzeit an die Stadt wenden.

Letzte Änderung am Mittwoch, 17 Oktober 2012 18:03
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