Dienstag, 21 Oktober 2014 16:39

Geesthacht will Netzwerk zur Unterstützung von Asylbewerbern gründen

Auftaktveranstaltung am 5. November im Rathaus

 

Geesthacht (wre). Derzeit kommen so viele Asylbewerber nach Deutschland, wie schon lange nicht mehr. Neben dem Problem der Unterbringung sind auch viele weitere Hürden zu nehmen. Die Flüchtlinge sind teilweise traumatisiert, kennen sich nicht in ihrer neuen Heimat aus, und haben keine Kontakte. Um es den Flüchtlingen etwas einfacher zu machen, ist ein Netzwerk geplant, wo sich Bürger, Vereine und Verbände engagieren können, um zu helfen, und um eine sogenannte „Willkommenskultur“ zu bilden.

Bereits im Juni hat die Ratsversammlung Bürgervorsteher Samuel Bauer damit beauftragt, eine Auftaktveranstaltung zu organisieren. Nun findet diese am 5. November um 19.30 Uhr im Ratssaal statt. Rund 150 Einladungen wurden bereits an Vereine, Verbände, Kirchen und Ärzte verschickt. „Wir hoffen aber auch auf rege Beteiligung der Bürger“, sagt Bürgermeister Dr. Volker Manow. Denn Ziel ist es, ein umfassendes Netzwerk auf die Beine zu stellen. Das kann von der Hilfe beim Einkaufen, Übersetzungen bis hin zu gemeinsamen Behördengängen gehen.

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Samuel Bauer wird bei der Auftaktveranstaltung der Fachbereichsleiter für Soziales, Christoph Wieck, über die aktuelle Situation in Geesthacht berichten. „Derzeit sind 150 Flüchtlinge in Geesthacht untergebracht, im März waren es noch 75“, so Wieck. Und es werden noch weitere folgen. Derzeit liegt die „Sollzahl“ bei 158, aber diese wird ständig nach oben korrigiert, wie Wieck berichtet.

Die Rechtsanwältin Hendrijeke Blandow-Schlegel wird in ihrem Vortrag darüber berichten, wie ein solches Netzwerk funktioniert, und von ihrer Arbeit im Verein Flüchtlingshilfe Harvestehude berichten. Der Frage „Willkommenskultur für Flüchtlinge – was kann Geesthacht tun?“ geht Michael Treiber von der AWO nach.

„Wir hoffen, das sich einige ‚Kulturmittler‘ finden, die den Asylanten bei der Eingewöhnung behilflich sind“, sagt Bürgermeister Manow. „Es ist praktische Hilfe gefragt, nicht das Sammeln von Kleidung oder Matratzen“, ergänzt Wieck. Der Sozialamtsleiter hofft, auch weiterhin Wohnungen für die Asylbewerber angeboten zu bekommen. „Nach der letzten Pressekonferenz haben wir einige Angebote bekommen“, freut sich Wieck. Es werden aber noch mehr Wohnungen gebraucht. Mieter ist in dem Fall die Stadt, die dann auch für alle Kosten aufkommt, auch wenn mal etwas kaputtgehen sollte.

Ende November sollen aber auch die Wohncontainer am Höchelsberg stehen (wir berichteten). Dort können bis zu 30 Asylsuchende untergebracht werden. „Das soll aber keine feste Einrichtung werden, eher als Aufnahmeort für die Flüchtlinge. Wir hoffen dann möglichst schnell Wohnungen für sie zu finden“, so Wieck. Trotzdem wird aber bereits nach einem zweiten Ort für Wohncontainer Ausschau gehalten, da wohl auch im nächsten Jahr noch zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden.

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