Montag, 27 Oktober 2014 08:59

Vorsorge weiterhin Tabuthema

Männer gehen leichtsinnig mit ihrer Gesundheit um

 

Geesthacht (LOZ). Die Männer im Kreis Herzogtum Lauenburg gehen nach wie vor leichtsinnig mit ihrer Gesundheit um. Beharrlich meiden sie die von den gesetzlichen Krankenkassen angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Das bestätigt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Nur etwa jeder 5. Mann über 45 Jahren (18,3 Prozent) war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. Bei den Frauen hingegen lag der Anteil deutlich höher: Hier nutzen immerhin 38,7 Prozent die Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren.

„Wir appellieren an alle Männer im Kreis Herzogtum Lauenburg, es den Frauen gleich zu tun und die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen besser zu nutzen. Denn je früher Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen”, sagt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Die Zahlen sind alarmierend: Nach den derzeit aktuellsten Informationen des Krebsregisters Schleswig-Holstein wurden im nördlichsten Bundesland im Jahr 2011 insgesamt 18.885 Krebs-Neuerkrankungen und 7.586 Todesfälle erfasst. Dennoch meiden Männer den Gang zum Arzt. Häufig ignorieren oder bagatellisieren sie die Warnzeichen des Körpers und suchen viel zu spät medizinischen Rat.

Die Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist bei den Männern in der Regionaldirektion leicht angestiegen. Nutzten im Jahr 2012 insgesamt 18,3 Prozent das Angebot, stieg der Wert im vergangenen Jahr auf 18,6 Prozent. Bei den Frauen gingen 38,8 Prozent (2011) bzw. 38,3 Prozent (2012) zur Krebsvorsorge.

Mediziner und gesetzliche Krankenkassen weisen immer wieder darauf hin, dass Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung Leben retten können. Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs-erkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab 50 Jahren wird auf Wunsch einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms und ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen. Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können – im Abstand von mindestens zehn Jahren – zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden, oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest. „Die Früherkennungs-untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, so Bojens.

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