Dienstag, 28 Oktober 2014 19:33

Volker Samuelsson will bei der Bürgermeisterwahl die Nichtwähler mobilisieren

Geesthacht (wre). Geesthacht Bürgermeister Dr. Volker Manow wird für ein zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehen. Bisher hat sich nur der parteilose Geesthachter Volker Samuelsson als Kandidat auf das Bürgermeisteramt gemeldet. Das ehemalige CDU Mitglied wird aber ohne die Unterstützung einer Fraktion auskommen müssen. Samuelsson betont aber, dass dies ihm auch nicht wichtig sei. Er will sich als ein Geesthachter für Geesthacht positionieren.

„Die letzten Bürgermeister kamen ja alle nicht aus Geesthacht“, erklärt Samuelsson, und ergänzt, dass er als Geesthachter die Brennpunkte und Themen der Stadt kennt. Bei der Wahl im nächsten Jahr will der technische Fachwirt vor allem die Nichtwähler davon überzeugen, ihn zu wählen. Die Wahlbeteiligung lag 2009 bei 30,3 Prozent. „Da steckt viel Potenzial drin. Die Bürger müssen wieder spüren, das sie ernst genommen werden“, sagt Samuelsson. Daher ist der Bürgerdialog für ihn ein wichtiges Anliegen. Der Bürgermeisterkandidat und sein Berater Volker Harburg rechnen noch mit zwei weiteren Kandidaten. „Die CDU und die SPD werden sicherlich noch einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken“, sagt Harburg. Dass es aber auch ohne Parteiunterstützung geht, hatte erst im Juni Ute Borchers-Seelig bewiesen, die in Schwarzenbek als unabhängige Kandidatin die Wahl gewonnen hat.

„Die Stadt ist schön, und hat viel Potenzial, man muss aber mehr mit den Bürgern reden“, so Samuelsson. Aber auch mehr „Fingerspritzengefühl“ in der Verwaltung sei nötig. Er wolle zwar kein Personal abbauen, es würde aber ein großes Einsparpotenzial in der Verwaltung stecken. „Man muss mit den Fachabteilungen sprechen, wo der Schuh drückt“, sagt Samuelsson, „derzeit würden dort sogar Mobbingtagebücher geführt“. Die Mitarbeiter müssten sich wieder mit ihrem Job identifizieren können, um effektiver arbeiten zu können. Samuelsson könnte sich auch vorstellen, einen Rückzugsort für die Mitarbeiter zu schaffen. „So etwas funktioniert in großen Betrieben wunderbar“, sagt Volker Harburg.

Dass das Geld der Stadt nicht ewig reicht, ist Samuelsson klar. „Man muss aber auch Geld in die Hand nehmen und investieren, wenn man sparen will“, sagt Samuelsson. Das würde sowohl für das Theater gelten, aber auch für die Schulen. „Es wird so viel Geld in der Stadt rausgeworfen, das könnte man sinnvoller einsetzen“, erklärt Volker Samuelsson. Eine Idee, wo dieses Konzept umgesetzt werden kann, hat Samuelsson bereits. „Die Belieferung der Mensen sollte durch die Stadt geschehen“, erklärt Samuelsson. „Eine passende Küche wäre vorhanden. Es könnten Kosten gespart werden, und die Umwelt geschont werden, da nur noch kürzere Lieferwege nötig wären“, sagt Harburg, der aus dem Gastronomiebereich kommt. Man wolle so sparen, und die Qualität steigern. „Man könnte dann alle städtischen Einrichten mit Essen versorgen“, stellt sich Samuelsson vor.

Ärgerlich wird Samuelsson auch beim Thema Sanierung der Bertha-von-Suttner-Schule. „Warum denkt man nicht gleich an das Thema Inklusion?“, fragt sich der Kandidat. Samuelsson hat selber eine schwerkranke Tochter, die im nächsten Jahr in die Schule kommt. „Es wird vergessen, dass die Kinder den ganzen Tag in der Schule sind. Man sollte mal über eine Schulkrankenschwester nachdenken“, so Samuelsson. Dass die ständig nötige Betreuung seiner Tochter aber bei der Ausübung des Bürgermeisteramtes hinderlich wäre, verneint Samuelsson. „Ich habe Unterstützung von meiner Familie. Ich könnte nach der Wahl auch eine Betreuung einstellen, die dann auch die Notfall-Medizin verabreichen kann“, erklärt Samuelsson. „Die Termine eines Bürgermeisters sind ja auch planbar.“

Eine weitere Idee wäre die Schüler statt mit Schulbüchern mit Tablets zu versorgen. So würden die Kosten für die Bücher gespart, und die Schüler hätten nicht mehr so viel zu schleppen. „Es gibt bereits Schulen, wo dies gut funktioniert. Einen günstigen Lieferanten hätten wir auch schon“, erklärt Harburg. Die Schüler, beziehungsweise Eltern, sollen aber an den Kosten beteiligt werden, damit auch sorgsam mit den Geräten umgegangen wird. Ohnehin setzen Samuelsson und Harburg auf moderne Technik. Das Internet als modernes Kommunikationsmittel steht beim Wahlkampf im nächsten Jahr im Mittelpunkt. Wie der Wahlkampf aber genau aussehen soll, ist noch nicht entschieden. „Ich gehe aber fest davon aus, dass es in Geesthacht nur einen Wahlgang geben wird, egal wer gewinnt“, sagt Harburg. Und um dies Ziel zu erreichen, sollen die Nichtwähler überzeugt werden, dass ein parteiloser Bürger aus ihrer Mitte ihnen mehr zuhört und auf ihre Wünsche eingeht.

Seit 1. Oktober ist bereits eine Internetseite unter http://www.ein-geesthachter.de/ über den Kandidaten online. Dort sollen auch weitere Vorschläge und Ideen der Bürger gesammelt werden. „Ich habe natürlich auch eigene weitere Ideen“, aber die will Samuelsson erst später verraten.

Letzte Änderung am Mittwoch, 29 Oktober 2014 08:54
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.