Montag, 10 November 2014 08:19

Trendwende beim ‚Komasaufen‘?

‚Komasaufen‘ bei Jugendlichen erstmals rückläufig

 

Geesthacht (LOZ). Das Rauschtrinken bei Kindern und Jugendlichen im Kreis Herzogtum Lauenburg ist erstmals seit Jahren rückläufig. Kann man auf eine Trendwende hoffen? Denn in den letzten Jahren wurde das Komasaufen bei Jugendlichen fast wie ein Wettbewerb betrieben. Nach einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest wurden in 2013 insgesamt 48 Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Das sind 22,5 Prozent weniger als im Vorjahr (62). „Es ist zwar erfreulich, dass die Zahlen insgesamt zurückgehen. Allerdings gibt es eine hohe Dunkelziffer. Denn nicht jeder Rauschtrinker landet auch im Krankenhaus“, sagt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 20 Jahren sind betroffen. Hier ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen am häufigsten. „Auch unsere aktuellen Erkenntnisse sind, dass zunehmend junge Erwachsene exzessiv trinken“, sagt Dr. Regina Kostrzewa, Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e.V. (LSSH). „Wenn die jugendlichen Komatrinker zu jungen Erwachsenen heranwachsen, reagiert die Bevölkerung nicht ganz so sensibel darauf. Denn hier geht man davon aus, dass die jungen Erwachsenen eher den übermäßigen Alkoholkonsum im Griff haben“, so Dr. Kostrzewa.

Die gute Nachricht: Bei den 12 bis 15-Jährigen lässt der exzessive Alkoholmissbrauch weiter nach. „Komasaufen gefährdet massiv die Gesundheit der Jugendlichen. Zu viel Alkohol in kurzer Zeit kann zu Vergiftungserscheinungen mit Bewusstlosigkeit führen, im Extremfall sogar zum Tod“, sagt Bojens. Wer bereits in jungen Jahren exzessiv Alkohol trinkt, läuft Gefahr, wichtige Hirnfunktionen dauerhaft zu schädigen und eine Alkoholsucht zu entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Jugendliche auch und gerade beim Alkohol Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. „Wir dürfen nicht nachlassen, Kinder und Jugendliche über die Gefahren des Rauschtrinkens aufzuklären“, sagt Bojens und plädiert dafür, den eingeschlagenen Weg der AOK NordWest für eine aktive Suchtprävention konsequent fortzusetzen.

Dabei werden in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Suchtfragen in Schleswig-Holstein (LSSH) und den Suchtberatungsstellen vor Ort die Kinder und Jugendlichen und deren Eltern in Seminaren und Workshops über die Risiken des exzessiven Alkoholkonsums und anderen Suchtgefahren informiert.

Ein positives Beispiel ist das Projekt ‚AlcoMedia – Voll das Leben!‘ von AOK und LSSH. Dabei werden Jugendlichen in Schleswig-Holsteins Schulen über Ursachen und Folgen eines riskanten Alkoholkonsums informiert. Durch den Einsatz spezieller Applikationen (App) an Computer-Tablets können sie ihren eigenen Umgang mit Alkohol reflektieren.

Letzte Änderung am Montag, 10 November 2014 08:27
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