Donnerstag, 04 Dezember 2014 10:10

Mit Brötchen und Informationen gegen häusliche Gewalt

Mitarbeiter und Besucher im Amt Hohe Elbgeest mit „informativen Brötchen“ versorgt

 

Dassendorf (LOZ). Die am weitesten verbreitete Form von Gewalt gegen Frauen und Kinder findet in den eigenen vier Wänden statt und umfasst alle gesellschaftlichen Schichten. Im Jahr 2013 gab es in Schleswig-Holstein 1.971 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei denen 438 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden. 1.135 Frauen flohen mit ihren 1.057 Kindern in ein Frauenhaus. Darüber hinaus kontaktierten rund 11.000 Frauen die vom Land geförderten 23 Frauenberatungsstellen; ein Großteil von ihnen benötigte Hilfe aufgrund häuslicher und sexualisierter Gewalt.

Hier setzt die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ an. Zum elften Mal macht die gemeinsame Aktion des Sozial- und Gleichstellungsministeriums, des Landesinnungsverbandes des Bäckerhandwerks, der Gleichstellungsbeauftragten und der lokalen Bündnisse gegen häusliche Gewalt auf die Situation aufmerksam. Rund 340.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ werden landesweit in der Aktionswoche rund um den 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, von über 60 Bäckereien verteilt.

„Ich habe mich als Gleichstellungsbeauftragte im Amt Hohe Elbgeest dieser Aktion angeschlossen und heute Morgen 150 bedruckte Brötchentüten bei der Aumühler Bäckerei Baumgarten abgeholt“, berichtet Nina Stiewink. Alle Mitarbeiter und die Besucher der Amtsverwaltung konnten so mit einem leckeren Brötchen zum Frühstück und mit Flyern zum Thema „Häusliche Gewalt“ versorgt werden.

„Ich möchte damit auch die Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung für dieses Thema sensibilisieren“, so Nina Stiewink. Immer wieder kommen betroffene Frauen und Mädchen hilfesuchend zu den Jugendpflegern oder den Sozialarbeitern des Amtes. „Dann ist es wichtig, dass diese Kolleginnen und Kollegen wissen, dass ich als Gleichstellungsbeauftragte eine Lotsenfunktion wahrnehme, die Anlauf- und Beratungsstellen gegen häusliche Gewalt kenne und den vertraulichen Kontakt herstellen kann.“

Über den unverfänglichen Weg mit der Brötchentüte, die wichtige Kontaktdaten enthält, haben Betroffene die Möglichkeiten, sich mit Fachberaterinnen vor Ort auszutauschen und Informationen zu erhalten. Parallel bekommen sie Zugang zum Hilfetelefon 08000 / 116 016 (www.hilfetelefon.de) – ein erster Schritt zur Selbsthilfe.

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