Donnerstag, 04 Dezember 2014 13:13

Amt Hohe Elbgeest setzt auf Zusammenarbeit mit den Runden Tischen für Asylbewerber

Dassendorf (LOZ). Das Interesse am ersten Informationsabend des Amtes Hohe Elbgeest war groß. Über 50 Zuhörer kamen zum Thema „Flüchtlinge und Asylbewerber willkommen heißen“ in den Multifunktionssaal der Gemeinde Dassendorf. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer der runden Tische aus Aumühle, Dassendorf und Kröppelshagen-Fahrendorf waren der Einladung von Amtsvorsteherin Martina Falkenberg und Leitender Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow gefolgt. Auch Vertreter der örtlichen Schulen, Kindergärten, Volkshochschulen, Sport- und Wohlfahrtsvereine und Kirchengemeinden sowie Bürgermeister der zehn Amtsgemeinden folgten interessiert den Ausführungen von Karsten Fries, Fachdienstleiter des Fachdienstes Soziale Leistungen des Kreises Herzogtum Lauenburg. Lisa Peters vom IntegrationsCenter der Arbeiterwohlfahrt in Geesthacht ergänzte die behördlichen Informationen mit Details zum kostenlosen AWO-Angebot der Migrationssozialberatung und von Sprachkursen für anerkannte Asylbewerber.

Karsten Fries machte deutlich, dass der Zustrom von Menschen aus den Krisengebieten des Nahen Ostens und Afrikas in den kommenden Monaten anhalten wird und schilderte den Ablauf eines Asylverfahrens. Nach der Erstaufnahme in Neumünster, wo die Erfassung der Flüchtlinge durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF, ein Medizincheck und eine erste Orientierung im deutschen Alltag erfolgen, werden die Personen in die Kreis-Erstaufnahme Gudow überwiesen. Dort können 45 Personen zentral untergebracht werden, bevor die weitere Zuweisung in die Ämter und Städte des Kreises erfolgt.

Grundlage für das Asylverfahren ist Artikel 16a des Grundgesetzes: politisch Verfolgten wird in Deutschland Asyl gewährt. „Die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge ist keine Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung, sondern eine staatliche Weisungsaufgabe der Amtsverwaltung“, machte LVB Brigitte Mirow deutlich. Die Mitarbeiter des Sozial- und Ordnungsamtes suchen Wohnungen, statten diese aus und weisen die Flüchtlinge und Asylsuchenden zu, und sie sorgen für die Gewährung von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. „Eine Betreuung der Asylbewerber im Alltag oder Sprachkurse können wir nicht anbieten. Dazu brauchen wir ehrenamtliche Helferkreise.“

Erst wenn ein Flüchtling durch das BAMF anerkannt ist, was derzeit einige Monate dauert, besteht ein Anspruch auf kostenlose Sprach- oder Migrationskurse. Bis dahin sind ehrenamtliche Lehrkräfte willkommen, denn Sprachkenntnisse und Kenntnisse unserer Kultur sind ein wichtiger Schlüssel für die Integration.

Bisher war aufgrund des Datenschutzes vor allem in Aumühle eine Kontaktaufnahme mit 25 dort wohnenden Asylbewerbern nicht möglich, während in Dassendorf die nachbarschaftliche Hilfe für 18 Personen aus Syrien, Afghanistan oder Serbien bereits von 20 Ehrenamtlern geleistet wird. „Wir haben alle Aumühler Flüchtlinge befragt, ob sie mit der Kontaktaufnahme einverstanden sind und haben 100 Prozent positive Rückmeldung, so dass ein erstes Treffen in den kommenden Tagen stattfinden kann“, so Brigitte Mirow. Vor allem die Begleitung bei Arztbesuchen, Behördengängen oder Einkäufen sowie Hausaufgabenbetreuung oder Sprachkurse können von ehrenamtlichen Helfern erbracht werden. „Es geht nicht vorrangig um Geld- oder Sachspenden, sondern um Integrationsunterstützung, denn die Asylbewerber erhalten eine Grundausstattung an Möbeln und Hausrat und monatliche Geldleistungen“, betonte Brigitte Mirow.

Zahlreiche Fragen der Helferkreise konnten Karsten Fries und Brigitte Mirow beantworten und deren Anregungen aufnehmen. „Es ist viel Bewegung im System. Die Willkommenskultur in Deutschland muss neu entwickelt werden, nachdem der Zustrom aus Osteuropa und dem Kosovo nach den 90er Jahren abflaute und viele Strukturen aufgelöst wurden“, erläuterte Karsten Fries vom Kreis. Aktuell befinden sich 472 Personen mit laufendem Asylverfahren im Kreis, von denen viele gut ausgebildet sind. „Wir sollten das Potential dieser Menschen erkennen und ihnen mit Respekt und Offenheit begegnen“, so Karsten Fries.

Weiterführende Informationen sind künftig auf der Homepage des Amtes zu finden.

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