Montag, 12 Januar 2015 13:43

Geesthachter Neujahrsempfang stand auch im Zeichen von Toleranz und friedlichem Miteinander

Geesthacht (wre). Während es draußen donnerte und Graupelschauer über Geesthacht hinwegzogen, wurden im Rathaus fröhliche Lieder gesungen. Der Kinderchor der Oberstadt eröffnete den 31. Neujahrsempfang der Stadt. Und es war brechend voll im Ratssaal. Über 250 Gäste waren zum Empfang erschienen. Doch nach dem Auftritt der Kinder leerte sich der Saal Zusehens. Während die Kinder ruhig und diszipliniert den Saal verließen, folgten ihnen lautstark die Eltern. Bürgervorsteher Samuel Bauer hatte Schwierigkeiten, mit seiner Rede zu beginnen, da der Lärmpegel recht hoch war. Rund die Hälfte der Gäste sind dann aber noch geblieben, und haben sich die Rede des Bürgervorstehers angehört, und auch den Auftritt der Sternsinger angesehen.

Bevor Samuel Bauer seine Rückschau auf 2014 begann, und auch einen Blick in die Zukunft wagte, ging er auf den Anschlag auf die Zeitung Charlie Hebdo ein. In die Partnerstadt Plaisir übersendete Geesthacht seine Trauer und Anteilnahme. „Wir dürfen in dieser Situation den Glauben an die Freiheit nicht aufgeben“, mahnte Bauer. Er ergänzte, dass die Schüsse nicht nur den Opfern galten, sondern auch der ganzen freien Gesellschaft. „Das Attentat galt damit auch uns“, betonte Bauer. „Die Mörder greifen unsere Werte an. Wir stellen uns gegen alle, die die Freiheit angreifen“, ergänzte Bauer, und warb damit auch für Toleranz den Flüchtlingen gegenüber, die nach Deutschland kommen.

Samuel Bauer ging dann noch einmal auf seine Rede aus dem Vorjahr ein, wo er bemängelte, dass es nicht genug Ehrenamt in der Stadt geben würde. „Nun bin ich wieder etwas versöhnlich“, so Bauer. Denn das Bürgerengagement bei der Planung zur Jubiläumsfeier und zur Willkommenskultur stimme ihn positiv. Um möglichst viele Vorhaben beim Stadtjubiläum umsetzen zu können, sei die Stadt auf Spenden angewiesen. Dazu wolle er auch noch kräftig die Werbetrommel rühren.

Bauer ging auch auf die Betreuungsangebote der Stadt ein, die sich zwar deutlich verbessert hätten, aber noch nicht ausreichen würden. Da die Stadt aber jährlich 4 Millionen Euro an Unterhaltskosten für Kitas zu zahlen hat, müsse das Land und der Bund mehr unterstützen, damit die Kosten den Kommunen nicht über den Kopf wachsen.

Besonders am Herzen liegt dem Bürgervorsteher auch das Seniorenzentrum am Katzberg. Er forderte die Ratsfraktionen auf, über ihren eigenen Schatten zu springen, um endlich eine Lösung zu finden. Das Transaktionsverfahren sei gescheitert, nun müsse die Politik eine andere Lösung finden.

Bauer ging auch auf die Bürgermeisterwahl ein, die am 8. November stattfindet. „Die Art und Weise, wie ein amtierender Bürgermeister zur Strecke gebracht wird akzeptiere ich nicht. Einige Leute haben jeden Respekt vor der Person und dem Amt verloren“, sagte Bauer. Diese Worte gingen vor allem in Richtung CDU, die schon vor rund einem Jahr verlauten ließ, dass man auf das Ende der Amtszeit von Dr. Volker Manow warten würde. Bauer ergänzte, dass er auch Kritik über die Amtsführung von Bürgern gehört hätte, und dies sei auch völlig in Ordnung, aber die Art einiger Ratsmitglieder würde ihn schon sehr stören.

Zum Thema Ortsumgehung sagte Bauer nur: „mir fällt nichts mehr ein“, und ergänzte, dass auch ein Politikprofi wie Norbert Brackmann nicht weiterkommen würde.
Samuel Bauer ging auch noch auf weitere Bauvorhaben ein, und warb für das Heft „Stadterneuerung in der Geesthachter Innenstadt“, das es kostenlos im Rathaus gibt.

Geplant war ursprünglich, dass sich Bürgermeister und Bürgervorsteher jährlich bei den Reden auf den Neujahrsempfängen abwechseln. Doch in diesem Jahr hielt Samuel Bauer dann noch einmal die Rede, damit Bürgermeister Dr. Volker Manow 2016 an der Reihe ist. Für ihn wird es dann auch gleich eine Abschiedsrede, ehe er sich aus dem Amt verabschiedet.

Letzte Änderung am Montag, 12 Januar 2015 13:47
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.