Mittwoch, 28 Januar 2015 13:41

ASB Herzogtum Lauenburg auf gutem Weg

ASB-Kreisverbands Geschäftsführer Sven Minge sieht den ASB im Herzogtum Lauenburg auf einem guten Weg. ASB-Kreisverbands Geschäftsführer Sven Minge sieht den ASB im Herzogtum Lauenburg auf einem guten Weg. Foto: hfr

Behindertenfahrdienst wird aber eingestellt, und Mitarbeiter entlassen

 

Herzogtum Lauenburg (LOZ). Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist vielfältig im Kreis Herzogtum Lauenburg aktiv. ASB-Kreisgeschäftsführer Sven Minge sieht für den Wohlfahrtsverband und für die Hilfsorganisation eine positive Entwicklung, auch wenn die Rahmenbedingungen aktuell nicht einfach sind.

Der 39-jährige leitet seit Oktober 2012 als Geschäftsführer den hiesigen ASB-Kreisverband, dem mittlerweile über 8.300 Mitglieder und 170 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter angehören. „In 2012 konnten wir als Träger eine neue Kindertagesstätte in Escheburg eröffnen, in den nächsten Wochen wird die erste betriebsnahe ASB-Kindertagesstätte mit der Firma LMT Fette in Schwarzenbek ihren Betrieb aufnehmen“, berichtet Minge. „Damit betreibt der ASB insgesamt vier Kindertagesstätten im Herzogtum Lauenburg und betreut ungefähr 330 Kinder. “

Besonders erfreulich hat sich der Ambulante Pflegedienst entwickelt. Im Januar hat der ASB vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) die Note 1,0 erhalten und gehört damit zu den landesweit besonders empfehlenswerten Pflegediensten. „Unsere Anstrengungen in den letzten Jahren haben sich im Sinne der Patienten gelohnt. Besonderes Lob gilt natürlich dem ASB-Pflegedienst-Team und dessen Fachdienstleitung.“

Nicht unverschont ist der ASB beim Fachkräftemangel geblieben. „Bei der Kinderbetreuung und im Pflegedienst haben wir - trotz attraktiver Entlohnung - erkennbare Probleme gute Fachkräfte zu gewinnen. Ein weiterhin steigender Bedarf ist in den Bereichen deutlich zu spüren“, sorgt sich Minge. Dabei verschärft sich das Problem weiter. Zuletzt hat die Gewerkschaft Verdi in Hamburg die nächste Tarifrunde für die Erzieherinnen und Erzieher in Kitas mit einer Tarifsteigerung von 10 Prozent eingeläutet. „Es wird spannend, ob solche Kostensteigerungen - die am Ende die Städte und Kommunen tragen müssen - vor Ort alleine geschultert werden können. Bisher wurden in erster Linie nur die Eltern belastet, hier ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt Minge.

Im Bereich Ausbildung hat der ASB-Kreisverband seit 2013 an einem Neuaufbau gearbeitet, so dass mittlerweile fünf Ausbilder den Fachdienst mit Leben erfüllen. „Ob Lebensrettende Sofortmaßnahmen, Erste-Hilfe-Kurse oder betriebliche Aus- und Fortbildungen: Der ASB ist wieder da“, freut sich Minge. Dabei wird eine Kooperation mit dem DLRG fortgesetzt.

In diesem Zusammenhang warnt der ASB vor Dritt-Anbietern, die derzeit in der Region mit unverhältnismäßig hohen Kursgebühren (bis zu 50 Euro) aktiv sind. „Informieren sie sich vorher bei den verschiedenen Ausbildungsträgern“, empfiehlt Minge. Der ASB hat zudem bundesweit 2015 das „Jahr der Ersten Hilfe“ ausgerufen. „Damit wollen wir an die Wichtigkeit solcher Kurse erinnern, die unbedingt immer wieder aufgefrischt werden sollten.“

Anmeldungen beim ASB sind über die Geschäftsstelle unter Telefon 04152 / 87 56-0 oder Email info@asb-lauenburg.de möglich.

Die Einführung des Mindestlohnes hat natürlich auch den ASB erreicht. Dabei ist der ASB als Zuwendungsempfänger verpflichtet den Landesmindestlohn von 9,18 Euro anzuwenden. Dieser liegt leicht über dem Mindestlohn des Bundes (8,50 Euro). „In vielen Bereichen zahlen wir deutlich mehr“, berichtet Minge. Im Mahlzeitendienst (Essen auf Rädern) und Behindertenfahrdienst bereitet uns die Einführung aber massive Probleme. „Mit anderen Verbänden war es unser Wunsch und Ziel, auch die ländliche Region mit Essen zu versorgen. Dieses ist durch die Einführung des Mindestlohnes in weite Ferne gerückt. Mögliche ehrenamtliche Lösungen sind steuer- und arbeitsrechtlich derart abenteuerlich, dass nach Prüfung der ASB davon Abstand genommen hat“, berichtet Minge. Hier hätten wir uns eine andere Regelung gewünscht. Selbst unser Dachverband „der Paritätische“ konnte mit Hinweis auf das Problem leider keinen Erfolg erzielen.

Der Behindertenfahrdienst war bereits in der Vergangenheit von ASB-Zuschüssen abhängig, so dass jetzt die ASB-Vorstände den Abschied aus diesem Bereich beschlossen haben. Auch hier spielt der Mindestlohn eine Rolle.

“Die letzte Fahrt wird am 31. März stattfinden. Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich“, sagt Minge. Acht ASB-Mitarbeitern konnte in diesem Zusammenhang der Arbeitsvertrag nicht verlängert werden. „Wir können leider nur das weitergeben, was wir bekommen. Die Kostenträger waren derart zurückhaltend, dass hier eine Notbremse gezogen werden musste“, bedauert Minge.

Zusammenfassend blickt Minge aber optimistisch in die Zukunft.

Das Thema Inklusion hat ebenfalls auch den ASB erreicht: „Im Bereich der Schulbegleitung ermöglichen wir kreisweit mittlerweile 14 behinderten Menschen die Teilnahme am Unterricht in Regelschulen. Die Tendenz ist weiter steigend. Eltern möchten, dass ihre Kinder so normal wie möglich aufwachsen. Das unterstützen wir gerne.“

Kürzlich wurde Geschäftsführer Sven Minge zum ASB-Landesfachreferent für Inklusion ernannt. „Im Mai wollen wir eine Auftaktveranstaltung mit dem Paritätischen und Landesbeauftragten für behinderte Menschen gestalten. Darauf freue ich mich sehr.“

Auch im Bereich des Betreuten Wohnens kann der ASB über eine positive Entwicklung berichten. In Ratzeburg auf dem Röpersberg sind alle 60 Wohnungen belegt, in der Stadt Geesthacht hat sich die Kooperation mit der Deutschen Annington am Flottbeker Stieg als Glücksfall erwiesen. „Ein Ausbau ist nicht unwahrscheinlich, mit zwei Bauträgern stehen wir derzeit in Verhandlung“, sagt Minge. In Dassendorf wurde eine ASB-Trägerschaft für die sich in Bau befindliche Senioreneinrichtung „Holunderhof“ unterschrieben.

Abschließend konnte der ASB-Kreisverband im Jahr 2014 über „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH) mehr als 50.000 Euro an Spenden für die Flutopfer des Elbehochwassers in die Region des Herzogtum Lauenburg vermitteln. „Die Empfänger waren natürlich sehr dankbar, bundesweit wurde über die Mittelverwendung in den Medien berichtet.“

„Als gemeinnütziger Verein bedanken wir uns im Namen der Empfänger für die zahlreichen Spenden. Wir danken besonders den zahlreichen Aktiven für ihre ehrenamtliche und tatkräftige Unterstützung in den Bereichen des Sanitätsdienstes, Katastrophenschutzes, der Ausbildung und der Rettungshundestaffel“, sagt Minge. „Wir helfen hier und jetzt.“

Letzte Änderung am Mittwoch, 28 Januar 2015 14:40
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