Dienstag, 10 Februar 2015 15:55

Escheburg hält an Unterbringung von Asylbewerbern fest

Rainer Bork, Martina Falkenberg, Brigitte Mirow und Fachbereichsleiter Frank Jacob erläuterten die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen nach dem Brandanschlag auf die Asylbewerberunterkunft. Rainer Bork, Martina Falkenberg, Brigitte Mirow und Fachbereichsleiter Frank Jacob erläuterten die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen nach dem Brandanschlag auf die Asylbewerberunterkunft. Foto: W. Reichenbächer

Escheburg (wre). Der Missglückte Brandanschlag, der gestern Mittag auf eine Doppelhaushälfte in Escheburg verübt wurde, hat keine Auswirkung auf die Unterbringung von weiteren Asylanten in Escheburg. In dem Haus sollten sechs irakische Männer untergebracht werden. Nun wird das Haus zu einem späteren Zeitpunkt bezogen. Die Täter hebelten ein Fenster auf, und versuchten mit einer brennbaren Flüssigkeit das Haus in Brand zu stecken. „Es entstand aber nur ein Schaden am Fenster, und es ist alles verrußt“, erklärt Escheburgs Bürgermeister Rainer Bork. Die Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Hohe Elbgeest Brigitte Mirow schätzt den Schaden auf rund 20.000 Euro.

Derzeit sind in Escheburg bereits drei Asylbewerber untergebracht, geplant sind 40. Neben weiteren dezentralen Unterbringungen soll eine Containeranlage im Radelsweg für 20 Personen entstehen. Das betroffene Gebäude wurde erst am 22. Januar vom Amt gekauft. Der Wunsch der Gemeinde war es, auch wegen der Nähe zum Kindergarten und der Schule, dort Familien unterzubringen. „Darauf haben wir aber leiden keinen Einfluss“, erklärt Amtsvorsteherin Martina Falkenberg. Und gerade die Unterbringung der Männer soll die Stimmung in Escheburg gekippt haben. Am Morgen vor dem Anschlag stürmten 15 Escheburger bei Brigitte Mirow in das Dienstzimmer, und verschafften sich Luft. „Die Form wurde nicht gewahrt“, umschreibt Mirow vorsichtig die Situation. Bereits im Vorfeld gab es Emails, die schon eine aggressive Stimmung haben spüren lassen. „Wir haben die aktuelle Situation erläutert. Aber die Ängste und Vorbehalten konnten wir leider nicht ausräumen“, ergänzt Mirow. Ob der Täter unter den 15 Bürgern ist, steht nicht fest. „Das wäre reine Spekulation“, so Bürgermeister Bork.

Das Haus soll aber wieder hergerichtet werden, und auch für Asylbewerber zur Verfügung stehen. In rund vier Wochen soll es wieder bezugsfertig sein. Vorher sollen noch Gespräche mit den Anwohner geführt werden, um die Akzeptanz für die Flüchtlinge zu erhöhen. Denn ein zusätzlicher Schutz ist derzeit nicht eingeplant. „Die Parteien werden wohl am 23. Februar eine Einwohnerversammlung abhalten“, sagt Bork. Dort soll dann noch einmal auf die Asylbewerber vorbereitet werden. „Die Bewerber werden ja nicht nur einfach dort abgeliefert wie von einigen Anwohner befürchtet, sondern auch betreut“, ergänzt Rainer Bork, und lobt dabei das Engagement einiger Bürger, die sich ehrenamtlich für die Bewohner einbringen wollen.

„Ich hoffe, dass die Ermittlungsbehörden einen schnellen Erfolg haben, damit wieder Ruhe einkehrt“, schließt Bork ab.

Letzte Änderung am Dienstag, 10 Februar 2015 17:27
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