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Donnerstag, 05 März 2015 19:51

Das Recht auf Verhütung darf nicht am Geld scheitern

Das Recht auf Verhütung darf nicht am Geld scheitern Foto: W. Reichenbächer

pro familia startet Bundestagspetition

 

Geesthacht (LOZ). Verhütung ist meistens Frauensache und jedes Mittel längst nicht mehr für alle bezahlbar. Die landesweit 12 pro familia-Beratungsstellen registrieren eine steigende Anzahl von Frauen, die aus finanziellen Gründen weniger sicher oder gar nicht verhüten, und damit eine ungewollte Schwangerschaft riskieren. Darauf weist pro familia Schleswig-Holstein anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. „Durch die Abschaffung der sogenannten „Hilfe zur Familienplanung“ im Jahr 2004 ist das Menschenrecht auf Verhütung nicht mehr für alle gewährleistet“, kritisiert Dagmar Steffensen, stellvertretende Geschäftsführerin des Landesverbandes.

„Frauen und Männer mit geringem Einkommen, z.B. ALG II, wenden zunehmend günstige, zum Teil unsichere Verhütungsmittel an, weil sie sich die Pille, Spirale oder eine Sterilisation nicht mehr leisten können“, sagt Simone Hartig, Leiterin der pro familia-Beratungsstelle in Flensburg. Gemeinsam mit anderen Verbänden in Flensburg hat sie sich für das erste kommunale Projekt der Kostenübernahme rezeptpflichtiger Verhütungsmittel eingesetzt. Ähnliche Projekte gibt es in Geesthacht, Norderstedt, Kaltenkirchen und Stormarn, weitere Standorte sind in Planung. „Doch die aus der Not heraus entstandenen regionalen Modelle sind eine freiwillige Leistung der Kommunen, ohne Rechtsanspruch, knapp budgetiert, zeitlich begrenzt und nicht flächendeckend“, betont Sabine Unrau, Leiterin der pro familia-Beratungsstelle in Geesthacht.

pro familia fordert eine bundesweit einheitliche, gesetzlich garantierte Kostenübernahme rezeptpflichtiger Verhütungsmittel für Menschen mit wenig Geld. „Schließlich bekennt sich auch Deutschland zum Aktionsprogramm der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo. Danach haben jede Frau und jeder Mann das Recht, unabhängig von Wohnort und sozialem Status, die Verhütungsmethode zu wählen, die individuell gesundheitlich verträglich ist, größtmögliche Sicherheit bietet und finanziell erschwinglich ist“, betont Steffensen. 2014 hat der Landesverband gemeinsam mit anderen diese Forderung in der „Kieler Resolution“ erneut aufgegriffen und mit bundesweit gesammelten Unterschriften dem Bundesfamilienministerium übergeben.

Nun startet der Gesamtverband zum heutigen Auftakt des Kongresses „Armut und Gesundheit“ in Berlin, an dem auch pro familia Schleswig-Holstein präsent sein wird, eine Bundestagspetition. Sie kann unter folgendem Link unterzeichnet werden:

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2015/_02/_23/Petition_57650.html

Weitere Infos zum Thema:

http://www.profamilia-sh.de/pages/verband/verhuetung-ein-menschenrecht/