Dienstag, 10 März 2015 14:34

Pflanzaktion auf Werfthalbinsel für Nachtigall & Co

Einige der fleißigen Helfer bei der Pflanzaktion auf der Werfthalbinsel. Einige der fleißigen Helfer bei der Pflanzaktion auf der Werfthalbinsel. Foto: W. Reichenbächer

Paar aus dem Kosovo half als „Dankeschön“ mit

 

Geesthacht (wre). Nach der großen Abholzaktion auf der Halbinsel des Menzer-Werft-Platzes und der der Empörung darüber (wir berichteten), erfolgte heute die Aufforstung. Mit fast 100 freiwilligen Helfern wurden 1.250 Büsche gepflanzt, in denen sich künftig nicht nur die die Nachtigallen, sondern auch Grasmücken, Dompfaff oder Heckenbraunelle wohlfühlen werden.

„Es ist eine tolle Beteiligung“, freut sich Friedhelm Ringe vom Nabu, der die Pflanzaktion organisiert hat. „Es haben sich die Schüler der 7e und 9c des Otto-Hahn-Gymnasiums, und die 7a der Alfred-Nobel-Schule beteiligt. Aber auch viele politische Vertreter fast aller Parteien haben mit angepackt“, so Ringe. Mitarbeiter aus der Verwaltung und dem Bauhof sowie einige weitere Helfer wollten ebenfalls bei der Pflanzaktion helfen. Neben einigen Blühsträuchern wurden vor allem Weißdorn, Schlehe und Heckenrosen gepflanzt. „So haben wir vom März bis Mai immer etwas blühendes“, sagt Ringe, und ergänzt, dass bereits zwei Frauen vor Ort waren, um sich nach den Schlehen zu erkundigen. „Die wollen aus den Früchten Schlehenfeuer machen, das wäre eigentlich auch eine Idee für uns“, so Ringe lachend.

Die Verwaltung hat für die Pflanzen 1.700 Euro ausgegeben. „Dann kommen noch die Kosten für Verpflegung wie Trinken und eine Suppe dazu“, sagt Ulrike Stüber vom städtischen Fachdienst Umwelt. Die Stadt wird auch die Pflege der Büsche übernehmen. „Der Anlass für die Neupflanzung war die Fällaktion. Gemeinsam mit Herrn Ringe wurden dann die neuen Pflanzen ausgesucht“, erklärt Ulrike Stüber.

 

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Albert und Florie aus dem Kosovo halfen auch bei der Pflanzaktion. Foto: W. Reichenbächer

 

Bei der Pflanzaktion haben auch Albert und Florie (Namen von der Redaktion geändert) aus dem Kosovo geholfen. Damit wollten sie ihre Dankbarkeit zeigen, und sich in die Gemeinschaft einbringen. Seit drei Monaten ist das junge Paar in Deutschland, davon zwei Monate in Geesthacht. „Wir mussten vor unseren Familien flüchten“, erzählt Albert. In ihrer Heimat wurden sie mit dem Tod bedroht, denn die beiden dürfen dort kein Liebespaar sein, sie gehören unterschiedlichen Clans an. „Ich wurde von Flories Bruder verprügelt, und mit einer Kalaschnikow geschlagen“, sagt Albert, der dabei ein paar Zähne verlor. Es gab ständig Bedrohungen. Zuhause erzählte er aber lieber nichts von den Auseinandersetzungen. „Sonst wären die Familien auch noch aufeinander losgegangen“, so Albert. In Geesthacht fühlen sie sich wohl, und wollen bleiben. Aber noch konnten sie wegen der Vielzahl an Asylbewerbern kein Interview mit den Behörden führen. Solange sie nicht anerkannt sind, bekommen sie auch keinen Deutschunterricht. Es gibt aber freiwillige Helfer, die ehrenamtlich einspringen, und den Unterricht übernehmen.

„Wir schätzen hier die Freiheit, Sicherheit und den Respekt“, sagt Albert. Von den Geesthachtern fühlen sie sich gut aufgenommen, darum wollten sie auch bei der Pflanzaktion helfen, um etwas zurückgeben zu können. „Wir würden gern arbeiten, aber noch dürfen wir nicht“, sagt Albert, der gern zur Polizei gehen würde. Florie möchte im Friseurhandwerk unterkommen.

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