Dienstag, 28 April 2015 15:50

Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums kämpft mit virtuellem Spieler um den Einzug ins Finale

Noah Peters, Til Blechschmidt und Max Zager (v.l.) optimieren nach jedem Spiel ihre Software, um beim Finale in Kiel dabei zu sein. Noah Peters, Til Blechschmidt und Max Zager (v.l.) optimieren nach jedem Spiel ihre Software, um beim Finale in Kiel dabei zu sein. Foto: W. Reichenbächer

Geesthacht (wre). Seit Anfang des Schuljahres programmieren Noah Peters (16), Til Blechschmidt (17) und Max Zager (16) während des Unterrichts und in ihrer Freizeit an einem virtuellen Spieler, der das Brettspiel „Hey, Danke für den Fisch“ gewinnen soll. Dabei treten sie bundesweit gegen andere Teams an, die ebenfalls virtuelle Spieler programmiert haben. Die erste Runde haben sie bereits überstanden, nun spielen sie um den Einzug in das Finale am 12. Juni in Kiel.

In Zusammenarbeit mit den Gymnasien und Gesamtschulen aus ganz Deutschland und dem Institut für Informatik sowie den unterstützenden Firmen soll in diesem Projekt der Informatik-Unterricht, in Kursen/AGs, in den gymnasialen Oberstufen in praxisbezogener Weise mitgestaltet und dadurch aufgewertet werden. Gegenstand der Software-Challenge Germany ist ein Programmierwettbewerb, der während des gesamten Schuljahres läuft, und der den Schülern die Möglichkeit bietet, mit Spaß und Spannung sowie mit kompetenter Begleitung, in die Welt der Informatik einzusteigen. Am Ende der Entwicklungsphase schickt jeder teilnehmende Kurs einen selbst programmierten Computerspieler für das Spiel in den Wettkampf. Dieser Wettkampf besteht zunächst aus einer kompletten Meisterschaft (unterteilt in Regionalligen sowie der Champions League-Phase) und dann aus einem Finale der acht qualifizierten Programme (Final Eight). Als Preise winken neben zahlreichen Sachpreisen auch von der Industrie ausgelobte Stipendien für die besten Schülerinnen und Schüler.

Informatiklehrer Helmut Kraut begrüßt diese Meisterschaft. „Damit können wir auch leistungsstärkere Schüler beschäftigen“, so Kraut. „Die Leistungsschere geht schon sehr weit auseinander, und wir müssen auch die etwas schwächeren Schüler mitnehmen“, ergänzt Kraut. In seinem Kurs sind derzeit 13 Schüler. Während die drei Wettbewerbsteilnehmer ihren Spieler optimieren, können die anderen Schüler in Ruhe die Grundlagen erlernen.

Bereits im September startete der Wettbewerb. Dann haben die Schüler eine Rohversion eines Spielers bekommen, der zwar funktionierte, aber keine sinnvollen Spielzüge machen konnte. Die Schüler haben dann die Aufgabe, den Spieler so zu programmieren, dass er möglichst viele Spiele gewinnt. „Für die erste Version haben wir ein Wochenende gebraucht“, berichtet Noah Peters. Es folgten Freundschaftsspiele, um die Software zu testen. Im März ging dann der eigentliche Wettbewerb los. Dabei treten dann alle virtuellen Spieler gegeneinander an. Da die Spiele auf dem Server der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel laufen, ist dann ein Eingreifen nicht mehr möglich. Jedes Spiel kann aber nachträglich analysiert werden, um dann die Programmierung zu optimieren, ehe dann die nächste Runde startet. „Wir haben unseren Spieler in Java geschrieben, weil das eine bessere Performance gibt, und auch strukturierter ist“, erklärt Til Blechschmidt. Viele ihrer Konkurrenten haben sich für die Programmiersprache Delphi entschieden.

Derzeit steht das Otto-Hahn-Gymnasium auf dem achten Platz. Damit wären sie gerade noch beim Finale dabei. „Wir haben aber schon die besten Gegner hinter uns“, gibt sich Noah Peters optimistisch. Der Einzug ins Finale ist schon fest eingeplant. Nach der Schule kann er sich auch gut ein Informatik-Studium in Kiel vorstellen. Auch Til Blechschmidt würde diese Richtung gern studieren, „aber lieber in Hamburg“. „In meiner Freizeit programmiere ich ganz gern, ich würde aber doch lieber Ingenieurswesen studieren“, ergänzt Max Zager.

Projektbetreuerin Ulrike Pollakowski erklärt, dass mit der Software-Challenge Germany die Schüler an die Anforderungen der Informatik herangeführt werden sollen. „Wir haben bei uns an der Christian-Albrechts-Universität über 50 Prozent Studienabbrecher“, berichtet Pollakowski. „Wir wollen auch verhindern, dass sich die falschen Leute einschreiben.“ Wer aber besonders gut geeignet ist, kann ein Stipendium in Höhe von 300 Euro monatlich erhalten. Auch Sachspenden sind möglich. Dafür müssen die Lehrer ihre Schüler vorschlagen. Falls es die Schüler des Geesthachter Gymnasiums in die Endrunde schaffen, sind ihnen schon einmal 100 Euro Preisgeld sicher. Für den Gewinner gibt es 1.000 Euro, und einen Pokal. Für den zweiten Platz bekommt die Schule 500 Euro, und für die Plätze drei und vier 200 Euro.

Weitere Infos zur Software Challenge gibt es hier

Letzte Änderung am Dienstag, 28 April 2015 16:33
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