Donnerstag, 30 April 2015 14:48

Kirchturmsanierung in Hohenhorn rund 100.000 Euro teurer als geplant

Christel Rüder vor St. Nikolai zu Hohenhorn. Die Pastorin ist froh und glücklich, dass der Kirchturm fertig saniert ist. Christel Rüder vor St. Nikolai zu Hohenhorn. Die Pastorin ist froh und glücklich, dass der Kirchturm fertig saniert ist. Foto: Steffi Niemann

Hohenhorn (LOZ). Die Arbeiten am Kirchturm von St. Nikolai sind beendet – und das neue Kupferdach inklusive der schmucken goldenen Kugel und (sich endlich drehenden) Wetterfahne strahlen in der Hohenhorner Frühlingssonne um die Wette. „Ich bin sehr stolz und hoffe, dass der Turm die nächsten einhundert Jahre hält“, sagt Pastorin Christel Rüder. Auch die Turmfalken haben wieder in ihrem alten, neuen Zuhause Einzug gehalten.

Dabei war die Sanierung des baufälligen Kirchturms wahrlich kein Kinderspiel. „Eigentlich sind nur die alten Steine geblieben, alles andere ist neu“, berichtet Rüder. Ursprünglich war man von geschätzten 336.000 Euro Restaurierungskosten ausgegangen, am Ende stieg die Summe auf 430.000 Euro. „Als das Gerüst stand, konnten wir mehr sehen als vorher“. Sichtbar wurde, dass alle Fugen des Turms von außen komplett erneuert werden mussten, was höhere Material- und Zeitkosten bedeutete. Das gesamte Turmdach wurde komplett mit neuer Schalung und neuen Kupferplatten versehen. Auch waren mehr Balken im Turminneren von Schwamm befallen, als zuvor angenommen. „Um die neue Balken einzuziehen, mussten große Löcher in das Mauerwerk geschlagen werden. Eine handwerklich sehr schwierige Arbeit inmitten der kalten Februarstürme. Ich habe kolossalen Respekt vor der Leistung der Handwerker und bin so froh, dass bei der Turmsanierung niemand zu Schaden gekommen ist“. Ein weiteres wichtiges, tragendes Detail wurde im Laufe der Arbeiten sichtbar: Der eigentlich sechs Meter lange Kaiserstiel war fast völlig vom Schwamm zerstört. „Wir haben großes Glück gehabt, dass vorher nichts passiert ist.“

Die Sanierung bereitete der Pastorin und dem ganzen Kirchengemeinderat große Sorgen, nicht zuletzt auch wegen des Geldes. Geplant war zu Beginn der Baumaßnahme, im Anschluss an den Turm auch das Kirchenschiff zu sanieren, quasi „alles in einem Rutsch. Aber das wird wohl warten müssen“, so die Pastorin. Es fehle schlicht am Geld. Die Kirchenschiffrestaurierung würde gut noch einmal 300.000 Euro kosten. „Für die Kirchturmsanierung fand sich glücklicherweise eine Stiftung, die einen großen Betrag zur Verfügung stellte“, berichtet Rüder. Eine weitere Stiftung unterstützte die Kirchengemeinde, der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg gab ein Drittel der Kosten dazu und die Gemeindeglieder aus Hohenhorn, Börnsen, Escheburg und Kröppelshagen-Fahrendorf spendeten fleißig. „Über das Engagement der Menschen hier vor Ort bin ich besonders stolz und glücklich. Wir zählen nur rund 3.300 Gemeindeglieder, und es kamen schon circa 40.000 Euro Spendengelder zusammen. Jeder der gespendeten Euro zeigt, dass die Menschen St. Nikolai unterstützen wollen, dass sie motiviert sind etwas zu tun“. Für Christel Rüder ist es daher sehr wichtig, die Gemeindeglieder mit einzubeziehen. „Es fanden sich 18 Fenster-Paten, die für je eines der 19 Kirchenfenster mindestens 300 Euro spendeten. Oft auch mehr. Oder die Turmmusiken, wie jetzt am 10. Mai, sind ein lockeres Beisammensein zwischen Kaffee und Tatort, mit Bier und Wein und eineinhalb Stunden Musik. Mir ist es wichtig, dass es den Leuten Spaß macht, etwas für unserer Kirche zu tun“.

Gemeinsam mit dem Förderverein Kirchenmusik e.V. lädt die Kirchengemeinde Hohenhorn zur „Turm-Musik“ in die Nikolaikirche zu Hohenhornam Sonntag, den 10. Mai, um 18 Uhr ein. In dem Benefizkonzert wird das Kammerorchester „Sachsenwald Ensemble“ der Musikschule Glinde in zu Gunsten der Turmsanierung in einer öffentlichen Generalprobe musizieren. Unter dem Motto „Frühlingszauber“ werden Werke von Bach, Mozart, Schubert, Gounod, Prokofjew und Cornelius erklingen, zudem Musik zum Thema „Romeo & Julia“. Die Zuhörer dürfen sich auf ein anspruchsvolles Programm freuen, mit der Sopranistin Qiong Wu und Thomas Cornelius an der Orgel sowie als Orchesterleiter. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Letzte Änderung am Donnerstag, 30 April 2015 14:53
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.