Freitag, 01 Mai 2015 16:21

Lesung und Diskussion zum Thema Demenz

Gudrun Dehn und Renate Schächinger (v.l.) laden zu einer Lesung mit anschließender Diskussion zum Thema Demenz ein. Gudrun Dehn und Renate Schächinger (v.l.) laden zu einer Lesung mit anschließender Diskussion zum Thema Demenz ein. Foto: W. Reichenbächer

Geesthacht (LOZ/wre). Im Rahmen des Patienten-Forums hat Gudrun Dehn die Erfolgsautorin Sabine Bode zu einem Autorenabend am Mittwoch, den 20. Mai um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Christuskirche, Neuer Krug 4, Geesthacht eingeladen. Sabine Bode liest aus ihrem neuen Buch „Frieden schließen mit Demenz“. Der Eintritt ist frei.

„Es ist an der Zeit, den Horrorszenarien im Zusammenhang mit Demenz eine positive Vision entgegenzusetzen. Sabine Bodes Buch beschreibt eine gute Zukunft. Denn die Probleme, die heute da sind, und jene, die auf uns zukommen werden, sind lösbar“, erklärt Gudrun Dehn.

Welche Optionen bleiben? Weiter weg sehen? Darauf warten, dass das rettende Medikament gefunden wird? Oder unser Schicksal in die Hand nehmen, unsere Zukunft gestalten. Sabine Bode besuchte Alten- und Pflegeheime, sprach mit Pflegepersonal, Wissenschaftlerinnen und porträtiert Helferinnen, die unermüdlich Demenz erkrankten helfen, in Würde zu altern. Sie vollführt einen Perspektiv-Wechsel: Sie bringt festgefahrene Ängste zum Einsturz und zeigt unzählige gute Ansätze und Mut machende Erfahrungen. Sabine Bode setzt bei ihrer Lesung einen besonderen Schwerpunkt auf Kriegstrauma und Demenz.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kriegstrauma und Demenz? Direkt lässt sich dies nicht nachweisen, aber indirekt. Zum Beispiel leiden kriegstraumatisierte Menschen häufig an Depressionen. Was bedeutet: Sie haben ein erhöhtes Demenzrisiko, sprich die Erkrankung tritt nicht erst im hohen Alter auf, sondern schon mit Mitte 60 oder Anfang 70. Die Autorin hat sich bereits in den bekannten Sachbüchern "Vergessene Generation", "Kriegskinder", "Kriegsenkel" mit dem Thema der Kriegserlebnisse und ihren Auswirkungen intensivauseinandergesetzt. Sabine Bode lebt als freie Journalistin in Köln und arbeitet für die Kulturredaktionen des Hörfunks von NDR und WDR.

„Sabine Bode geht mit einem Blick von außen vor, da sie selber nicht in ihrem Umfeld betroffen ist“, erklärt Renate Schächinger von KIBIS. Dies ist aber durchaus hilfreich, berichtet Schächinger weiter. „Viele Angehörige gehen verschämt mit dem Thema um, niemand soll erfahren, wenn eine Demenz vorliegt“, ergänzt Renate Schächinger. Dabei sei ein offener Umgang oftmals hilfreich, da so den Betroffenen und Angehörigen auch Verständnis oder Hilfe entgegengebracht werden könne.

Im Anschluss an den Vortrag steht mit Dr. AI-Hashymi (Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums Ratzeburg) ein kompetenter Mediziner für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Ein Büchertisch der "Bücherstube Liliehof" Geesthacht ergänzt das Angebot zur Information. Zur Lesung und der anschließenden Diskussion sind neben betroffenen Angehörigen auch Fachkräfte aus der Altenpflege und andere interessierte Zuhörerinnen eingeladen.

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Sabine Bode liest aus ihrem Buch „Frieden schließen mit Demenz“. Foto: Marijan Murat

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