Montag, 20 Juli 2015 18:44

Amt Hohe Elbgeest setzt auf die soziale Betreuung der Asylbewerber

AWO-Mitarbeiter Yassine Abouadaoui wird im Auftrag des Amtes Hohe Elbgeest die Asylbewerber in den zehn Amtsgemeinden betreuen. AWO-Mitarbeiter Yassine Abouadaoui wird im Auftrag des Amtes Hohe Elbgeest die Asylbewerber in den zehn Amtsgemeinden betreuen. Foto: Amt Hohe Elbgeest

Dassendorf (LOZ). Immer mehr Schutzsuchende fliehen nach Europa, kommen nach Deutschland und über die Erstaufnahmen in den Bundesländern an. Von hier aus werden die Asylsuchenden nach Asylantrag und ersten Informationen in die Kreise Schleswig-Holsteins verteilt, und einige erreichen schlussendlich das Amtsgebäude des Amtes Hohe Elbgeest am Christa-Höppner-Platz in Dassendorf.

„Wöchentlich kommen fünf Personen alleine oder in der Familie bei uns an, für die wir Unterkünfte und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz im Fachdienst Ordnung und Soziales bereitstellen“, berichtet die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow.

„Uns im Amt Hohe Elbgeest ist wichtig, dass die Neuankömmlinge von Anfang an gut betreut und integriert werden. Das hilft den Asylbewerbern bei der Orientierung am neuen Wohnort und wird den sozialen Frieden in den Amtsgemeinden sichern“, betont Amtsvorsteherin Martina Falkenberg. Dafür hat der Amtsausschuss die AWO mit der Umsetzung des Betreuungskonzepts beauftragt und 50.000 Euro im Amtshaushalt 2015 bereitgestellt.

Ab sofort wird Herr Yassine Abouadaoui die Neuankömmlinge zusammen mit den Amtsmitarbeitern in Empfang nehmen und ihnen bei den ersten Schritten in das deutsche Alltagsleben zur Seite stehen.

Der studierte Sozialpädagoge ist vor elf Jahren für das Studium aus seinem Heimatland Marokko nach Deutschland gekommen. Er beherrscht neben seiner Muttersprache Arabisch auch Deutsch, Englisch und Französisch. Mit Flüchtlingen hat er sich sowohl im Studium und der Bachelorthesis über traumatisierte Flüchtlinge auseinandergesetzt als auch praktische Erfahrungen in der Betreuung in der Gemeinschaftsunterkunft des Kreises in Gudow gesammelt. „Ich habe dort das Willkommenspaket eingeführt, mit dem die Neuankömmlinge Stadtpläne, Beratungsangebote und Infor-mationsmaterial erhalten“, berichtet Yassine Abouadaoui. Ähnliches ist auch für das Amt Hohe Elbgeest geplant.

Nach dem ersten Treffen mit den Asylbewerbern werden künftig die Mitarbeiter des Amtes Hohe Elbgeest dadurch entlastet, dass Abouadaoui frühzeitig Kontakt zu den Helferkreisen aufbaut und diese bei den Vorbereitungen für den Zuzug in die Gemeinde unterstützt. „Herr Abouadaoui wird immer wieder bei den Asylbewerbern vorbeischauen und bei Fragen oder Problemen sie und die Helferkreise unterstützen“, erläutert Brigitte Mirow das Betreuungskonzept des Amtes Hohe Elbgeest. „Die soziale Betreuung erfolgt auch künftig vorrangig durch die Helferkreise, denn bei 230 Asylbewerbern im Jahr 2015 sind auch bei einer Vollzeitstelle wie dieser der persönlichen Betreuung zeitliche Grenzen gesetzt.“

Außerdem hat das Amt Hohe Elbgeest bei der AWO eine Koordinatorenstelle mit zehn Wochenstunden beauftragt, die die Dassendorferin Susanne Nowacki ab sofort übernehmen wird. Sie ist seit Oktober ehrenamtlich im Dassendorfer Helferkreis aktiv und wird künftig die Helferkreise des Amtes Hohe Elbgeest zentral mit Informationen über die aktuellen Entwicklungen in der Asyl- und Flüchtlingsthematik und der entsprechender Rechtsprechung versorgen. Informationsabende entsprechend dem Bedarf der Helfer oder der Aufbau einer Wissensdatenbank sollen die Informationswünsche in den ehrenamtlichen Helferkreisen erfüllen. „Eine Vernetzung der Helfer in den verschiedenen Gemeinden wird alle Ehrenamtlichen stärken und den Wissensaustausch erleichtern, damit die soziale Betreuung der Asylbewerber noch besser gelingt“, betont Susanne Nowacki.

Sowohl die Stelle der sozialen Flüchtlingsbetreuung als auch die Koordination der Helferkreise wurde von der AWO Interkulturell im Auftrag des Amts Hohe Elbgeest besetzt. Damit ist auch der Wissensaustausch mit den anderen Gemeinden des südlichen Kreisgebiets sichergestellt, denn die AWO Interkulturell bietet in Geesthacht, Lauenburg und Schwarzenbek Migrationsberatungen und Sprachkurse an, übernimmt in den zentralen Unterkünften in Wentorf und Geesthacht, Mercatorstraße, die Sozialbetreuung. Mit dem Landesverband setzt sich die AWO Interkulturell in den politischen Gremien für eine Verbesserung der Flüchtlingsbetreuung ein.

Flüchtlings-Sozialbetreuer Yassine Abouadaoui wird zu den Öffnungszeiten im Amt Hohe Elbgeest in Zimmer 26 (gegenüber von der Kasse) anzutreffen sein und kommt bei Bedarf in die Amtsgemeinden. Er ist erreichbar unter 04104 / 990-202. Susanne Nowacki wird in den kommenden Wochen alle Helferkreise besuchen und telefonisch unter 04104 / 69 97 48 oder per Mail susanne.nowacki@t-online.de für Fragen und Anregungen bereitstehen.

Letzte Änderung am Montag, 20 Juli 2015 18:52
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