Montag, 27 Juli 2015 18:59

AOK NORDWEST warnt: Medikamente können ‚Sonnenbrand‘ verursachen

Die Einnahme von Medikamenten kann zu lichttoxischen Reaktionen führen. Die Einnahme von Medikamenten kann zu lichttoxischen Reaktionen führen. Foto: AOK

Geesthacht (LOZ). Sommerzeit ist Sonnenzeit – mehr oder weniger intensiv. Was viele im Herzogtum Lauenburg nicht wissen: Für Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen ist besondere Vorsicht geboten. Denn in Verbindung mit dem Sonnenlicht (UV-Strahlung) können lichttoxische oder lichtallergische Reaktionen ausgelöst werden. „Viele Medikamente vertragen sich nicht mit der Sonne und können sonnenbrandartige Beschwerden oder gerötete juckende Haut zur Folge haben“, warnt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Zu den Arzneimitteln, die in Verbindung mit Sonnenlicht unerwünschte Nebenwirkungen haben können, gehören Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline (z. B. Doxycyclin) und der Gyrasehemmer. Auch Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einige Schmerzmittel und blutdrucksenkende Arzneien sowie Hormonpräparate und stimmungsaufhellende Johanniskrautpräparate enthalten Substanzen, die bei UV-Strahlung schädliche Hautreaktionen hervorrufen können. Dies können beispielsweise schmerzende, sonnenbrandartige Rötungen oder blasige Hautveränderungen sein.

Bei lichttoxischen Reaktionen reagieren die Medikamente mit der belichteten Haut und erhöhen die Empfindlichkeit der Haut für Sonnenlicht. Das gilt für Wirkstoffe, die äußerlich auf die Haut aufgetragen werden, als Tabletten oder Tropfen geschluckt oder unter die Haut gespritzt werden. Die Reaktionen treten bereits bei der ersten Anwendung auf. Es sind jedoch ‚nur‘ die Bereiche betroffen, die den Sonnenstrahlen ausgesetzt waren.

Ob ein Medikament diese Nebenwirkungen verursacht und wie stark die Haut gereizt wird, hängt auch von der Dosis ab. Menschen mit heller Haut sind in der Regel häufiger betroffen.

Lichtallergische Reaktionen werden dagegen vom Immunsystem ausgelöst, das hier fälschlicherweise eine Abwehrreaktion startet. Dadurch treten die Beschwerden nicht sofort, sondern zeitlich verzögert auf. Anfangs sind nur die der Sonne ausgesetzten Hautbereiche betroffen, später auch nicht ‚belichtete‘ Stellen.

Die AOK NordWest empfiehlt, den behandelnden Arzt oder Apotheker anzusprechen – besonders vor einem anstehenden Urlaub in der Sonne. Die Beipackzettel von Medikamenten können unter ‚Nebenwirkungen‘ auf Hinweise wie zum Beispiel ‚fotosensibilisierend‘ oder ‚fototoxische Reaktionen‘ überprüft werden. Dies gilt auch bei freiverkäuflichen Medikamenten. Wenn die Haut auf Sonnenstrahlen reagiert, den Körper am besten vollständig mit Kleidung bedeckt halten und sich - vor allem in der Mittagszeit - nur im Schatten aufhalten. Grundsätzlich sollten dann vor einem Aufenthalt im Freien alle noch freien Hautflächen wie Gesicht, Hals, Arme, Hände und ggf. Füße mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem UVA-Filter eingecremt werden. Auch ein Besuch im Solarium ist dann zu vermeiden. Beim Autofahren können die Scheiben durch UV-undurchlässige Folien vor dem Lichteinfall geschützt werden.

Letzte Änderung am Montag, 27 Juli 2015 19:05
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