Montag, 10 August 2015 09:10

Karsten Steffen: „Wohnungsbau forcieren“

v.l.: Der CDU-Ortsvorsitzende Michael Purwins, Bürgermeisterkandidat Karsten Steffen, Erschließungsträger Uwe Gerner und CDU-Fraktionsvorsitzender Sven Minge bei einer Ortsbesichtigung. v.l.: Der CDU-Ortsvorsitzende Michael Purwins, Bürgermeisterkandidat Karsten Steffen, Erschließungsträger Uwe Gerner und CDU-Fraktionsvorsitzender Sven Minge bei einer Ortsbesichtigung. Foto: hfr

Geesthacht (LOZ). „Wir müssen in Geesthacht den Wohnungsbau forcieren, insbesondere im kostengünstigen Segment“, sagte CDU-Bürgermeisterkandidat Karsten Steffen bei einem Pressetermin an der Wilhelm-Holert-Straße, an dem auch der Geesthachter Erschließungs- und Bauträger Uwe Gerner teilnahm, „deshalb ist es unabdingbar, am Finkenweg ein weiteres Baugebiet auszuweisen.“ Nach den Worten von Steffen werden in Geesthacht aktuell zwar verschiedene Wohnungsbauprojekte realisiert, „allerdings werden dieses fast alles Wohnungen in einem höherpreisigen Mietpreissegment bzw. Eigentumswohnungen sein.“

„Grundvoraussetzung für kostengünstige Wohnungen und auch für Sozialwohnungen sind niedrige Baulandpreise“, sagte Steffen, „die beabsichtigten Innenstadtverdichtungen wie beispielsweise die geplante Garten-City erfüllen diese Voraussetzungen aber nicht. Die geforderten 20 Prozent Sozialwohnungen in neuen Baugebieten, wie mehrheitlich vom Planungsausschuss beschlossen, haben für diesen Bereich eher Alibi-Charakter. Und auch die geplanten Neubauvorhaben der WoGee in Grünhof-Tesperhude und Düneberg decken den Bedarf nicht einmal ansatzweise.“

Aber auch den Eigenheimbau dürfe man nach Auffassung von Karsten Steffen nicht vergessen. „Hier haben wir durch Innenstadtverdichtung keine Möglichkeiten. Derzeit gibt es in Geesthacht für junge Familien trotz großer Nachfrage kaum eine Möglichkeit, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Dabei ist auch der Eigenheimbau ein wesentlicher Faktor des sozialen Wohnungsbaus und der Eigentumsbildung. Für Neubauten besteht lediglich in Besenhorst ein rechtskräftiger Bebauungsplan. Verschiedene Faktoren geben aber wenig Hoffnung, dass hier schnell Neubauten entstehen. Außerdem hat die Stadt keinen Einfluss auf die Preisgestaltung, weil sie in diesem Gebiet über keine eigenen Flächen verfügt. Anders im Bereich Finkenweg-Nord, hier ist die Stadt Geesthacht Eigentümer von großen Flächen und hat somit wesentlichen Einfluss auf die Baulandpreise hat. Deshalb ist es sinnvoll, hier schnellstmöglich Baurecht zu schaffen.“

Steffen bedauert, dass sich die SPD in Geesthacht seit Jahren weigert, eine Wohnbebauung entlang der Wilhelm-Holert-Straße zu unterstützen. „Die Erschließung ist vorhanden, die Lücke zum Wohngebiet Finkenweg-Ost wäre dann auch geschlossen. Gespannt bin ich allerdings, wie mein Gegenkandidat den Widerspruch erklären will, er wolle sich um attraktive Flächen für Einfamilienhäuser und Reihenhäuser kümmern während seine eigene Partei gleichzeitig die Neuausweisung von Flächen ablehnt.“

Bedenken hat Steffen auch gegen die von der SPD betriebene Innenstadtverdichtung. „Wir sind stolz auf unsere innerstädtischen Grünflächen. Wenn wir aber immer mehr Bauflächen auf bisherigen Grünflächen ausweisen, bleibt vom innerstädtischen Grün wenig. Im Pappelwäldchen gibt es keine Pappel mehr und so wird es letztendlich auch in der geplanten Garten-City sein. Auch dort wird es am Ende viele Häuser aber wenig Garten geben. Deshalb: Innenstadtverdichtung ja – aber mit Augenmaß.“

Eine klare Absage erteilte Steffen der möglichen Wohnbebauung auf dem Gelände der Teppichfabrik. „Entlang der Düneberger Straße ist eine Wohnbebauung politisch unstreitig. Mehr wäre aber fatal. Wir können nicht auf der einen Seite beklagen, dass keine Gewerbeflächen mehr verfügbar sind und zugleich ein Industriegebiet platt machen.“

Steffen verwies darauf, dass es sich bei dem Gelände der Teppichfabrik um das einzige verbliebene Industriegebiet im gesamten Kreis Herzogtum Lauenburg handelt. „Wir sollten den Rat des SPD-Wirtschaftsministers Meyer ernst nehmen, der kürzlich bei seinem Besuch in Geesthacht davor warnte, ein Industriegebiet ohne Not aufzugeben“, sagte Steffen. Hier erwartet Steffen auch eine klare Positionierung seines SPD-Gegenkandidaten. „Angeblich will er Wirtschaftspolitik zur Chefsache machen, aber wo bleibt sein Bekenntnis für ein Geesthachter Industriegebiet. Große Teile der Gebäude sind neuerdings denkmalgeschützt. Nur der SPD-Bürgermeisterkandidat schweigt, obwohl er als Landtagsabgeordneter viele Möglichkeiten hätte, hier Einfluss zu nehmen, um dieses Problem zu lösen. Warum macht er nichts? Warum sagt er nichts?“, fragt Karsten Steffen.

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