Montag, 07 September 2015 10:51

Vorsorge bei Männern weiterhin Tabuthema

Zu wenige Männer nutzen die Chance der Früherkennung. Zu wenige Männer nutzen die Chance der Früherkennung. Foto: AOK

Nur knapp 20 Prozent gehen im Kreis Herzogtum Lauenburg zur Krebs-Früherkennung

 

Geesthacht (LOZ). Wer sich fit fühlt, denkt meist nicht über seine Gesundheit nach. Das betrifft besonders Männer: Eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest bestätigt, dass Männer im Herzogtum beharrliche Vorsorgemuffel sind. Nur etwa jeder 20. Mann über 45 Jahren (19,9 Prozent) war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. Bei den Frauen hingegen lag der Anteil deutlich höher: Hier nutzen immerhin 39,6 Prozent die Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren. „Sowohl Männer als auch Frauen im Herzogtum sollten die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Denn je früher Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen”, sagt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein wurden im nördlichsten Bundesland im Jahr 2012 insgesamt 18.823 Krebs-Neuerkrankungen und 7.862 Todesfälle erfasst. Doch insbesondere die Männer gehen eher leichtsinnig mit ihrer Gesundheit um. „Häufig gehen sie bei Schmerzen oder anderen Krankheitssymptomen erst viel zu spät zum Arzt“, so Bojens. Warnzeichen des Körpers und Risiken werden oft ignoriert oder bagatellisiert.

Die Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist bei Männern in der Regionaldirektion Ahrensburg leicht angestiegen. Nutzten im Jahr 2012 insgesamt 18,5 Prozent das Angebot, waren es 18,3 Prozent in 2013 und im vergangenen Jahr 19,9 Prozent. Bei den Frauen gingen 38,8 Prozent (2012), 38,3 (2013) und 39,6 Prozent (2014) zur Krebsvorsorge.

Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf eine kostenlose Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Frauen können ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung in Anspruch nehmen. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 30. Lebensjahr ist zusätzlich ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen. Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings durchgeführt werden.

Zur Darmkrebsfrüherkennung wird für Männer und Frauen ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms sowie ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten. Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können im Abstand von mindestens zehn Jahren zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest. „Die Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, so Bojens.

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