Sonntag, 13 September 2015 19:28

Tage der Industriekultur am Wasser

Tage der Industriekultur am Wasser Foto: hfr

Das Programm für den 3. und 4. Oktober

 

Geesthacht (LOZ). Mit 350 Veranstaltungen in 124 Denkmalen an 60 Orten geht das erfolgreiche Kulturprojekt der Metropolregion Hamburg in die dritte Runde. Hafenanlagen, Schleusen und Schiffe, Leucht- und Wassertürme, Brücken und Mühlen, Fabriken und Kraftwerke geben am 3. und 4. Oktober Einblicke in die Welt der Industriekultur am Wasser.

Die Tage der Industriekultur am Wasser stellen Denkmale der Industriegeschichte in der Metropolregion Hamburg vor. Dabei sind auch eine Vielzahl von Geheimtipps, denn viele der Denkmale sind in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Diese Denkmale eint die Technik: Technik, die Wasser nutzt, Wasser beherrscht und am Wasser liegt.

Die Elbestadt Geesthacht mit ihrer langen und nicht selten hochexplosiven Industriegeschichte trägt auch dieses Mal mit vielen spannenden Veranstaltungen zu dem umfangreichen Programm bei.

Bedingt durch die Lage an der Elbe und eine besondere Landschaftsstruktur haben sich über die Jahrhunderte unterschiedlichste Industriezweige angesiedelt, die nicht nur für Norddeutschland sondern sogar weltweit eine große Bedeutung besaßen. Die „Tage der Industriekultur am Wasser“ wurden von der Metropolregion Hamburg ins Leben gerufen und organisiert. Die Stiftung Denkmalpflege Hamburg und die Projektpartnerschaft Nord unterstützen dieses Projekt, welches in diesem Jahr im Rahmen des Europäischen Jahres der Industrie- und Technikkultur stattfindet. Besonders die Elbestadt Geesthacht kann auf diese Weise auf die spannende und auf den ersten Blick oft nicht sichtbare Industriekultur der Stadt aufmerksam machen. Dank der teilnehmenden Geesthachter Institutionen, wird die Elbestadt am 3. und 4. Oktober ihre Industriekultur für die Besucher durch Führungen und Aktionen erlebbar machen.

Das GeesthachtMuseum! zeigt am 3. und 4. Oktober jeweils von 11 bis 17 Uhr die Ausstellung „Geesthacht: innovativ – weltweit. Industriekultur damals und heute“ mit umfassenden Hintergrundinformationen zur Orts- und Industriegeschichte. Der im Jahr 2014 neu gestaltete Bereich der Dauerausstellung befasst sich mit dem Schwerpunkt der Energiegewinnung durch Wasser und zeigt Geesthacht als modernen Standort für Forschung und Energiegewinnung. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro (ermäßigt 1,50 Euro). Am 3. Oktober bietet das GeesthachtMuseum! in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein und der Tourist-Information Geesthacht eine Stadtrundfahrt mit einem Oldtimerbus an. Alle für die Stadt wichtigen Stationen der Industriekultur werden angefahren, wie der Geesthachter Hafen, die Schleuse, der Eisbrecherhafen, die ehemalige Düneberger Pulverfabrik und das Pumpspeicherkraftwerk. Die Rundfahrt beginnt um 13.45 Uhr am Parkplatz hinter dem Krügerschen Haus und endet dort um 17 Uhr. Der Preis pro Person beträgt 8 Euro (Museumseintritt inklusive). Eine Anmeldung ist ab sofort bis zum 21. September in der Tourist-Information Geesthacht (Telefon 04152 / 83 62 58) möglich.

Das Pumpspeicherkraftwerk bietet am 3. und 4. Oktober jeweils um 12 Uhr und 14 Uhr eineinhalbstündige Führungen über die Anlage an. Während dieser Führung erfahren die Besucher, wie in Norddeutschlands einzigem Pumpspeicherkraftwerk Wasser zu Energie wird. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Elbuferstraße 49. Eine Anmeldung ist bei der Tourist-Information Geesthacht bis zum 26. September erforderlich. Pro Führung können maximal 30 Personen teilnehmen. Die Teilnehmer werden darauf hingewiesen festes Schuhwerk mitzubringen.

Bei einem historischen Spaziergang mit dem Förderkreis Industriemuseum zum Thema „Sprengstofffabriken“ begeben sich die Teilnehmer auf eine Entdeckungstour über den „Krümmel“, dem Gelände der ersten Dynamitfabrik der Welt. Die Führung „Auf den Spuren Alfred Nobels“ findet am 4. Oktober von 11 Uhr bis 13 Uhr statt. Der Treffpunkt ist das Restaurant Krümmler Hof, Elbuferstraße 72. Der Spaziergang ist kostenlos und wird fachkundig begleitet. Eine Anmeldung ist unter Telefon 04152 / 88 77 840 beim Förderkreis Industriemuseum erforderlich.

Bei der Tour mit der 90 Jahre alten Stadtbarkasse „Piep“ wird es am 4. Oktober nostalgisch. Um 12 Uhr gibt es eine kleine Rundfahrt durch den Geesthachter Hafen. Die halbstündige Fahrt mit der Piep ist kostenfrei, lediglich eine kleine Beteiligung am Aufwand ist willkommen. Der Treffpunkt ist am Schiffsanleger der Barkasse, Am Hafen. Eine Anmeldung ist bei der Tourist-Information Geesthacht bis zum 26. September erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.

Wer die Technik-und Industriekultur der Elbestadt mit dem Fahrrad entdecken möchte, kann auf der Techniktour die faszinierende Technik- und Industriegeschichte erleben. Die Tour rund um Geesthacht führt vorbei an interessanten historischen und modernen technischen Bauwerken und Plätzen, wie der Schleuse, der Geesthachter Eisbrecherflotte, der Museumseisenbahn „Karoline“ oder der Pulverfabrik von Alfred Nobel. Die Techniktour rund um Geesthacht ist 30 Kilometer lang und ist Bestandteil einer größeren Tour durch den Süden des Kreises Herzogtum Lauenburg. Der zweite Teil umfasst 40 Kilometer und führt rund um Lauenburg.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Herzogtum Lauenburg:

Fähre Siebeneichen
Erstmals ist auch die Fähre Siebeneichen bei den Tagen der Industriekultur am Wasser dabei. Seit 1900 existiert diese Fährverbindung über den Elbe-Trave-(Lübeck) Kanal. Bis 1960 wurde die Fähre mit einem Seilzug handbetriebenen, dann bekam sie einen Dieselantrieb. Seit 115 Jahren gleich geblieben ist, dass nur einmal mit der Glocke geläutet werden muss und schon kommt der Fährmann. Am 3. und 4. Oktober wird zum Ende der Fährsaison ein Saisonabschlussfest gefeiert.

Wasserkraftwerk Farchau/Schaalseekanal
Das größte Wasserkraftwerk Schleswig-Holsteins liefert bereits seit 1925 Strom in das öffentliche Netz. Am 3. Oktober werden einstündige Führungen um 10 Uhr und 14 Uhr angeboten.

Dückerschleuse in Witzeeze
Die Dückerschleuse war Teil des seit 1398 betriebenen Stecknitzkanals, der im Jahr 1900 durch den Elbe-Lübeck-Kanal ersetzt wurde. Am 4. Oktober kann die Schleuse von 11 Uhr bis ca. 15 Uhr besichtigt werden.

Palmschleuse in Lauenburg
Sie ist eine der ältesten Kammerschleusen Europas und stammt aus der Zeit der Stecknitzfahrt, die von 1398 bis Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem dem Salztransport von Lüneburg nach Lübeck diente. Am 4. Oktober kann die Schleuse von 11 Uhr bis ca. 15 Uhr besichtigt werden.

Raddampfer Kaiser Wilhelm
Er zählt zu den letzten noch fahrenden kohlebefeuerten Schaufelraddampfern in Deutschland und weit bekanntes Industriedenkmal Lauenburgs. Am 3. und 4. Oktober bietet der „Kaiser“ Rundfahrten jeweils um 10 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr auf der Elbe an.

Eisbrecher „Wisent“ und Schleuse Lauenburg
Der Eisbrecher „Wisent“ aus der Eisbrecherflotte Geesthacht macht an der Schleuse Lauenburg für Besichtigungen fest.

Elbschifffahrtsmuseum
Die neue Ausstellung des Elbschifffahrtsmuseum zeigt eindrucksvoll unter dem Motto "Mensch-Modell-Maschine" die tausendjährige Entwicklung der Schifffahrt auf der Elbe. Am 3. und 4. Oktober werden unterschiedliche Führung und Besichtigungen geboten.

Hitzler Werft
Sie zählt zu den wenigen Werften an der Oberelbe, die heute noch in Betrieb sind. 1885 gegründet, begann sie bereits ein Jahr später mit dem Bau von Schleppkähnen. Heute beschäftigt sich der Betrieb mit der Reparatur und dem Neubau von Binnenschiffen sowie Schiffskonstruktionen. Führungen durch die Werftanlage werden am 3. und 4. Oktober jeweils um 15.15 Uhr angeboten.

Wasser- und Dieselmotorenkraftwerk
Das ehemalige Elektrizitätswerk wurde 1926 erbaut und 1936 erweitert. Nach 1950 hatte die Anlage mit steigendem Bedarf eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, bis 1985 der Betrieb eingestellt wurde. Am 3. und 4. Oktober ist das Kraftwerk jeweils von 10 bis 17 Uhr für Besichtigungen geöffnet. Führungen werden zu jeder vollen Stunde angeboten.

Das Programm ist in den Tourist-Informationen Geesthacht und Lauenburg erhältlich. Der ausführliche Veranstaltungskatalog erscheint ab dem 20 September und ist ebenfalls in den Tourist-Informationen erhältlich. Alternativ kann das Programm auch direkt online auf der Website der Metropolregion und den Tagen der Industriekultur bestellt werden: http://metropolregion.hamburg.de/industriekultur-am-wasser/4557610/bestellung-programm/.

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