Donnerstag, 08 Oktober 2015 12:25

Sportler müssen umziehen

Alexandra Groß, Dr. Volker Manow, Stefan Stark und Samuel Bauer in der Sporthalle Berliner Straße, die als Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet wird. Alexandra Groß, Dr. Volker Manow, Stefan Stark und Samuel Bauer in der Sporthalle Berliner Straße, die als Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet wird. Foto: W. Reichenbächer

Ab den Herbstferien steht die Sporthalle Berliner Straße als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung

 

Geesthacht (wre). Noch schafft es Geesthacht, die Flüchtlinge in der Stadt unterzubringen. Doch nicht nur der Wohnraum wird langsam knapp, auch die Zahlen an unterzubringenden Flüchtlingen wird ständig nach oben korrigiert. Um noch ausreichend Schlafplätze anbieten zu können, soll die Sporthalle an der Berliner Straße als Flüchtlingsunterkunft für 120 Personen vorbereitet werden. Vor allem die Sportler des VfL Geesthacht müssen deutliche Einschränkungen hinnehmen. Geplant ist, die Sporthalle bis Ostern als Unterkunft zu verwenden. Ob den Sportlern danach die Halle wieder zur Verfügung steht, kann noch nicht abgesehen werden.

„Wenn Bundeskanzlerin und Ministerpräsident sagen, dass wir es schaffen, dann bleibt uns als Kommune nichts anderes übrig, als dass wir es schaffen müssen“, betont Bürgermeister Dr. Volker Manow. Denn je mehr Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein kommen, umso mehr muss auch Geesthacht für Unterbringungsmöglichkeiten sorgen. Derzeit sind 257 Flüchtlinge in Geesthacht untergebracht, davon 97 aus 2015. Nach der letzten Zuweisungsquote des Kreises sind in diesem Jahr noch weiter 246 Personen in Geesthacht aufzunehmen. Für 2016 liegt die Planung bei 390 Personen. Auf der Flüchtlingskonferenz des Landes wurde allerdings eine deutliche Erhöhung angekündigt. Es könnten dann monatlich 100 Flüchtlinge nach Geesthacht kommen, das wären dann statt der vom Kreis berechneten Zahl von 390 Personen 1.200 Flüchtlinge im Jahr.

Derzeit kann Geesthacht noch 35 Flüchtlinge in Mietwohnungen unterbringen. Eine Vereinbarung mit Vonovia (Deutsche Annington) sieht die Bereitstellung von 30 weiteren Wohnungen vor. Ende Dezember sollen die ersten Wohnmodule an der Mercatorstraße für 72 Personen stehen. Weitere 360 Plätzen sollen ab April kommenden Jahres folgen.

Doch der Platz wird wohl immer noch nicht reichen. „Wir müssen künftig mit 100 Zuweisungen im Monat rechnen. Daher müssen wir vorbereitet sein“, erklärt Alexandra Groß vom Fachdienst Soziales. Es standen alle städtischen Immobilien auf dem Prüfstand, ehe man sich für die Sporthalle entschieden hat. Die Verwaltung rechnet noch nicht damit, dass bereits in den Herbstferien die ersten Flüchtlinge in die Notunterkunft einziehen werden, aber nach und nach wird sich die Halle füllen. Tagsüber sollen die 120 Personen dann von einem Sozialdienst betreut werden, nachts steht ein Sicherheitsdienst vor Ort zur Verfügung. Eine Kinderspielecke soll für Abwechslung sorgen. Versorgt werden die Flüchtlinge über einen Cateringservice. „Wir wollen aber sehen, dass wir tagsüber möglichst viele der Flüchtlinge außerhalb der Halle mit unterschiedlichen Angeboten beschäftigen können“, so Groß.

Besonders stark von der Maßnahme ist der VfL Geesthacht betroffen. „Wir machen natürlich keine Jubelsprünge, aber wir unterstützen das Vorhaben“, so der erste Vorsitzende Stefan Stark. Bis Ostern müssen die Sportler nun in anderen Hallen trainieren. „Dafür müssen Trainingszeiten geändert werden, und einige Angebote werden auch gekürzt“, so Stark. „Alle Vereine rücken zusammen, es sollen aber weiterhin alle Trainingsangebote erhalten bleiben“, so der Vorstandsvorsitzende für den Spielbetrieb, Klaus-Heinrich Wulff. Stefan Stark macht aber auch klar, dass die Vereine sich darauf verlassen können müssen, dass nach Ostern die Halle wieder zur Verfügung steht. Es gibt zwar das Versprechen der Verwaltung, alles daran zu setzen, damit die Notunterkunft nicht über Ostern hinaus bestehen wird, aber eine Garantie kann niemand liefern. Es wäre sogar möglich, dass noch eine zweite Sporthalle als Notunterkunft verwendet werden muss, wenn die Flüchtlingsströme weiterhin anhalten, oder gar noch anwachsen.

„Ein großer Dank geht aber schon mal an die Vereine für ihre Kooperationsbereitschaft“, so Bürgervorsteher Samuel Bauer.

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Die Sporthalle Berliner Straße soll bis Ostern als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen. Foto: W. Reichenbächer

Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Oktober 2015 12:37
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