Dienstag, 13 Oktober 2015 14:35

Das Bürgermeisterduell auf der Theaterbühne

Olaf Schulze (l.) und Karsten Steffen (r.) stellten sich den Fragen von Kai Gerullis und der Bürger. Olaf Schulze (l.) und Karsten Steffen (r.) stellten sich den Fragen von Kai Gerullis und der Bürger. Foto: W. Reichenbächer

Geesthacht (wre). Der Wahlkampf der beiden Bürgermeisterkandidaten Olaf Schulze (SPD) und Karsten Steffen (CDU) geht in die heiße Phase. Am 8. November sind die Bürger aufgefordert, einen Nachfolger von Dr. Volker Manow zu wählen, der nicht wieder antritt. Beide Kandidaten hoffen aber auf eine größere Wahlbeteiligung als 2009, wo nur 30,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Es ging bei der Veranstaltung, die von Kai Gerullis moderiert wurde, sehr diszipliniert zu. Wer auf einen Schlagabtausch beider Kandidaten gehofft hatte, wurde enttäuscht, lediglich am Ende der Veranstaltung hatten sie die Gelegenheit zu erklären, warum sie sich für den besseren Bürgermeister halten würden.

Die Theaterbühne im kleinen Theater Schillerstraße ist einiges gewohnt, Dramen und Komödien, oder auch seichte Unterhaltung. Die zahlreichen Gäste erlebten aber in drei Akten eine sehr sachliche Veranstaltung. Es wurden in drei Themenblöcken den Kandidaten Fragen vorgelegt, die sie dann abarbeiteten. Anschließend hatten die Bürger die Möglichkeit, sich mit Fragen an ihre Kandidaten zu wenden.

Ob nun Olaf Schulze, oder Karsten Steffen, beide stellten heraus, dass sie die Stadt voranbringen möchten. Beide wollen auch mehr initiative bei neuen Vorhaben zeigen, als dies in den vergangenen sechs Jahren zu spüren war. In vielen Punkten zeigte sich, dass beide Deckungsgleich sind, und nur etwas in der Formulierung abweichen. Während Karsten Steffen aber vor allem als Einnahmequelle auf die Einkommenssteuer setzt, und somit auf die Bürger, will Olaf Schulze auch auf die Gewerbesteuer setzen. Diese ist zwar starken Schwankungen unterlegen, aber wie Schulze betont, sind auch „gute“ Arbeitgeber vor Ort wichtig.

Einig scheint man sich darin zu sein, dass die Bildung ein wichtiges Thema ist. Beide Kandidaten wollen das Schulwesen voranbringen. „Wir werden durch die Zuwanderung bald über 30.000 Bürger in Geesthacht haben, da müssen wir auch die Infrastruktur im Auge behalten“, so Steffen. Einig ist man sich deshalb, dass sowohl neuer Wohnraum geschaffen werden muss, als auch die Verkehrssituation durch Umgehungsstraße und öffentlicher Nahverkehr angepackt werden muss. Auch wenn sich Steffen und Schulze einig sind, dass die Umsetzung der Umgehungsstraße nicht bis 2022 zu schaffen ist, soll dafür weiter gekämpft werden. Auch bei der Realisierung einer Bahnanbindung bis 2022 haben beide Kandidaten ihre Zweifel. „Ich möchte aber für die Umsetzung meine Verbindungen zum Hamburger Senat nutzen“, versprach Schulze, um auch aus Hamburg ein positives Signal zu erreichen.

Weitere Einigkeit herrscht bei den Kandidaten, dass sie mehr für die Bürger da sein wollen. Schulze: „Ich will ein Bürgermeister (wobei er das Wort Bürger betonte) sein, ich werde ein offenes Büro haben, und auf Vereine, Organisationen und Wirtschaft zugehen.

Zum Abschluss sagte Steffen, dass das Amt des Bürgermeisters Erfahrung brauche. Er kenne sich durch sein Engagement in der Ratsversammlung in der Politik aus, und durch seine Tätigkeit in der Kreisverwaltung auch „mit der anderen Seite“. „Ich habe gelernt, wie eine effektive Verwaltung funktioniert, und stehe auch für Transparenz“, schloss Steffen ab.

Schulze betonte, er wolle nach einem Wahlsieg alle Bürger und Institutionen mit ins Boot holen. „Ich möchte viele Menschen dazu bewegen, dass wir gemeinsam etwas erreichen können“, so Schulze. Der Landtagsabgeordnete hob dabei auch seine guten Kontakte zur Landesregierung hervor.

Wer die beiden Kandidaten noch einmal bei einer Fragerunde erleben möchte, hat dazu am Dienstag, 3. November, um 19 Uhr im Sport- und Jugendheim Westerheese, Jahnstraße 48, die Gelegenheit dazu.

Letzte Änderung am Dienstag, 13 Oktober 2015 15:58
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