Montag, 19 Oktober 2015 11:56

Grüne und SPD fordern eine gerechtere Verteilung von traumatisierten jugendlichen Flüchtlingen

Ali Demirhan fordert gemeinsam mit Kathrin Wagner-Bockey im Namen ihrer Fraktionen eine bessere Verteilung von jugendlichen Flüchtlingen. Ali Demirhan fordert gemeinsam mit Kathrin Wagner-Bockey im Namen ihrer Fraktionen eine bessere Verteilung von jugendlichen Flüchtlingen. Foto: W. Reichenbächer

Geesthacht (LOZ). Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die SPD-Fraktion in Geesthacht steht eindeutig fest, dass sie ihrer Verantwortung auch in Bezug auf die im Kreis unterzubringenden minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge gerecht werden wollen.

Kathrin Wagner-Bockey (Fraktionsvorsitzende der SPD)und Ali Demirhan (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen) fordern allerdings Gespräche mit dem Kreis über die Art der Unterbringung und die Anzahl der unterzubringenden Jugendlichen. „Wir halten es für ausgesprochen unglücklich, dass hier über die Köpfe der Geesthachter hinweg offensichtlich Fakten geschaffen werden sollen. Die Verfahrensweise ist völlig intransparent und so nicht akzeptabel.

Es muss die Frage erlaubt sein, warum von 140 erwarteten Minderjährigen im Kreis, 70 in Geesthacht untergebracht werden sollen. Die Verteilungskriterien erschließen sich uns nicht. Hauptkritikpunkt ist aber eindeutig, dass eine zentrale Unterbringung in den Räumlichkeiten unserer Jugendherberge aus verschiedenen Gründen indiskutabel ist.“

70 schwer traumatisierte junge Menschen in einer derart schwierigen und orientierungslosen Phase an einem Ort geballt unterzubringen, würde die Probleme potenzieren. „Wir halten das für unverantwortlich“ sagen die beiden Fraktionsvorsitzenden. Auch bei bester sozialpädagogischer Betreuung sind hier Probleme vorprogrammiert, jegliche Integrationsbemühungen werden so ad Absurdum geführt. Ali Demirhan und Kathrin Wagner-Bockey plädieren deshalb für eine dezentrale Unterbringung in kleineren Gruppen, auch mehrere Gruppen in Geesthacht seien dabei denkbar. „Grundsätzlich halten wir zum Beispiel die Jugendherberge für einen guten Ort, um dort für Jugendliche auf dem Gelände ein neues zuhause zu schaffen.“

Bockey und Demirhan weiter. „Parallel dazu muss und soll der Betrieb der Jugendherberge aber weitergehen. Die Jugendherberge ist für Geesthacht ein wichtiger Standortfaktor und eine touristisch wichtige Einrichtung, die wir in jedem Fall erhalten müssen. Es kann nicht sein, dass uns vom Kreis ohne Rücksicht wirtschaftliche und touristisch wichtige Strukturen zerstört werden.

Es kann nicht allein darum gehen, dass der Kreis sich auf diese einfache Art und Weise eines Problems entledigt. Wir fordern hier mehr Nachhaltigkeit in der Planung und eine sozial tragfähige Lösung, die die Integration der Jugendlichen überhaupt erst möglich macht. Für konstruktive Gespräche im Sinne einer einvernehmlichen Lösung stehen wir jederzeit bereit, dies erfordert aber bitte auch eine Begegnung auf Augenhöhe.“

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