Montag, 16 November 2015 14:48

Gemeinde Wohltorf schafft Neubauten und Willkommenskultur

Brigitte Mirow und Bürgermeister Gerald Dürlich stellten sich den Fragen bei der Wohltorfer Einwohnerversammlung. Brigitte Mirow und Bürgermeister Gerald Dürlich stellten sich den Fragen bei der Wohltorfer Einwohnerversammlung. Foto: Amt Hohe Elbgeest

Wohltorf (LOZ). In der Wohltorfer Einwohnerversammlung standen zwei Themen im Mittelpunkt des Interesses der knapp 80 Besucher. Neben der nach Eindruck der Wohltorfer mangelhaften Straßenunterhaltung hatte das Thema Flüchtlingsunterbringung viele in die Versammlung gelockt.

Anlieger der Eichenallee und Parkallee beklagten vor allem die Zustände der dortigen Fußwege. Der Vorsitzende des Wege-Ausschusses Wolf-Dietrich Lentz erläuterte, dass Straßen und Wege im Wohltorfer Gemeindegebiet in den vergangenen Monaten besichtigt wurden, um die notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen festzulegen. Im Haushalt 2015 seien bisher 87.000 Euro für diese Maßnahmen ausgegeben worden, weitere gut 70.000 Euro stehen noch zur Verfügung, berichtete der Finanzausschuss-Vorsitzende Wilfried Hartig. Ob diese noch in 2015 verbaut werden können, ist wegen der Belastung im Amt Hohe Elbgeest in der Flüchtlingsunterbringung und aufgrund der Witterung ungewiss.

Neben der Straßenunterhaltung und der dringend nötigen Aktualisierungen der Bebauungspläne will die Gemeinde Wohltorf große Bauprojekte stemmen. Der Evangelische Kindergarten auf dem Schulgelände wird abgerissen und durch einen Neubau für Kindergarten, Hort und Mensa ersetzt. Auch die 50 Jahre alte Sporthalle muss erneuert werden. Beide Vorhaben werden parallel abgewickelt, um die Belastung der Anlieger möglichst gering zu halten. Zusammen werden die Neubauten 5 Millionen Euro kosten, die über Landeszuschüsse und Kredite finanziert werden sollen.

Engagiert diskutierten die Wohltorfer die Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in ihrer Gemeinde. Mitte November sind dort 29 Personen untergebracht und ein Haus mit 13 Plätzen wurde vom Amt Hohe Elbgeest erworben. Der Kauf eines weiteren Hauses für bis zu 15 Menschen sowie die Anmietung eines Hauses werden zurzeit verhandelt.

Die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow erläuterte die aktuellen Vorhaben. Das Amt Hohe Elbgeest ist für die Unterbringung von Asylbewerbern in den zehn Amtsgemeinden zuständig. Seit gut einem Jahr ist es eine der Schwerpunktaufgaben im Amt, Asylsuchende und Flüchtlinge zu versorgen und die Bevölkerung über den aktuellen Stand in den Gemeinden zu unterrichten.

Mitte November sind im Amtsgebiet 212 Personen untergebracht. Noch reicht der freie Wohnraum für weitere 150 Asylbewerber. Bis Ende 2016 erwartet das Amt Hohe Elbgeest insgesamt bis zu 600 Asylsuchende in den Amtsgemeinden. Dafür muss in den kommenden Monaten Vorsorge getroffen werden durch weiteren Mietwohnraum, Ankauf von Immobilien oder Grundstücken, auf denen zum Beispiel Holzständerbauten entstehen könnten.

„Wir strengen uns als Amt an, diese hausfordernde Situation so gut wie möglich zu meistern. Aber ein Willkommen bieten und Integration ermöglich, das können nur Sie als neue Nachbarn zusammen mit dem sehr engagierten Helferkreis hier in Wohltorf“, betonte Brigitte Mirow und machte den Anliegern Mut, den Asylsuchenden gut nachbarschaftlich zu begegnen. Gerd Schröder, einer der Sprecher des Wohltorfer Helferkreises, unterstrich, dass die neuen Nachbarn weniger Sachspenden brauchen als vor allem menschliche Ansprache und persönliche Kontakte.

Der Helferkreis bittet darum, ein besonderes Projekt zu unterstützen: im TuS Aumühle werden zwei Mannschaften mit Jugendlichen und Erwachsenen Fußball spielen. Dafür werden Spender gesucht, die sich an den Kosten für Training und Ausstattung beteiligen. Mehr Infos unter runder-tisch-asyl-wohltorf@gmx.de oder 04104 / 32 80.

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