Mittwoch, 18 November 2015 12:12

Amt Hohe Elbgeest kauft weitere Unterbringungen für Asylbewerber in Dassendorf

Amtsvorsteherin Martina Falkenberg und die leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow in der Dassendorfer Einwohnerversammlung. Amtsvorsteherin Martina Falkenberg und die leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow in der Dassendorfer Einwohnerversammlung. Foto: Amt Hohe Elbgeest

Dassendorf (LOZ). In der Dassendorfer Einwohnerversammlung stellte die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow den aktuellen Stand in der Unterbringung für Asylbewerber und die weiteren Planungen im Amtsgebiet und speziell in Dassendorf vor. Diese Informationen sind unter www.amt-hohe-elbgeest.de / Aktuelles/ Flüchtlinge zu finden.

Das Amt Hohe Elbgeest sorgt für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den zehn Amtsgemeinden. Dabei wurde bisher auf dezentrale Unterkunft und möglichst homogene Wohngruppen der Schutzsuchenden, die aus denselben oder ähnlichen Herkunftsländer stammen, geachtet. Seit gut einem Jahr ist es eine der Schwerpunktaufgaben im Amt, Flüchtlinge zu versorgen und die Bevölkerung immer wieder über den aktuellen Stand in den Gemeinden zu informieren.

Mitte November sind im Amtsgebiet 212 Personen untergebracht, davon 36 Asylbewerber in der Gemeinde Dassendorf. Die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge stellen hier mit knapp 20 Männern die größte Volksgruppe, aber auch Menschen aus dem Irak, Afghanistan, Armenien oder vom Balkan sind in Dassendorf untergebracht und warten auf die Entscheidungen in ihren Asylverfahren. Wohin sie nach ihrer Anerkennung ziehen werden, ist meist noch völlig offen.

Im Helferkreis „Willkommen in Dassendorf“ kümmern sich gut 20 Dassendorfer ehrenamtlich mit Sprachunterricht, Begleitung zu Ämtern oder Ärzten, Ausstattung mit Fahrrädern oder Kleidung sowie Ausflügen in die Umgebung um die Schutzsuchenden.

Nicht nur die Unterbringung von Flüchtlingen, deren Anerkennungsverfahren noch offen ist, müssen betreut werden, sondern auch die Wohnraum-Versorgung von anerkannten Flüchtlingen rückt in den Mittelpunkt. Angesichts der nicht ausreichend vorhandenen Sozialwohnungen ist der Umzug anerkannter Flüchtlinge in selbst gewählte Wohnungen derzeit nahezu unmöglich. „Wir haben die zehn Amtsgemeinden darauf hingewiesen, dass Baugebiete geschaffen werden müssen, in denen auch sozialer Wohnungsbau vorgesehen wird“, betont die LVB Brigitte Mirow.

Noch reicht der angemietete oder gekaufte Wohnraum im Amtsgebiet für weitere 150 Menschen, aber bis Ende 2016 erwartet das Amt Hohe Elbgeest insgesamt bis zu 600 Asylsuchende in den Amtsgemeinden. Dafür muss in den kommenden Monaten Vorsorge getroffen werden. In Dassendorf wird derzeit über den Erwerb von zwei Häusern verhandelt, in die ab Februar 2016 jeweils gut 20 Personen einziehen werden. „Bei der Finanzierung geht das über zinsgünstige Kredite bis zu 9 Millionen Euro in Vorlage, um kaufen und bauen zu können. Die Finanzierung erfolgt über die Mieteinnahmen “

„Ich hoffe, dass wir es vermeiden können, eine Notunterkunft einzurichten für überraschende Zuweisungen des Kreises“, betonte Mirow. Um aber auch für diesen Fall gewappnet zu sein, hat der Amtsausschuss die nötigen Beschlüsse gefasst. Der frühere Supermarkt in Dassendorf als einzige Liegenschaft des Amtes wurde geprüft. Das Prüfergebnis liegt vor, ist aber noch nicht ausgewertet. Da bereits im kommenden Sommer dort der Umbau zu dringend benötigten Büros für die Amtsverwaltung beginnen soll, ist der Aufwand für eine vorübergehende Notunterkunft an dieser Stelle nicht vertretbar. Die Gemeinschaft der zehn Gemeinden wird Alternativen klären müssen.

Nicht vom Tisch sind Planungen, in anderen Amtsgemeinden wie in Escheburg und Börnsen, Container zu errichten. „Wir konnten bisher in Dassendorf ausreichend Wohnraum anmieten oder kaufen, um keine Container errichten zu müssen, die ein anderes Wohngefühl den schwer traumatisierten Menschen vermitteln würden“ , so Dassendorfs Bürgermeisterin Martina Falkenberg. Sie berichtete den 80 Besuchern auf der Einwohnerversammlung auf von Planungen eines örtlichen Investors, acht Wohnungen bis Mitte 2016 in Dassendorf zu errichten, um diese dem Amt zur Verfügung zu stellen für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge, denen er auch Arbeitsplätze anbieten möchte.

Letzte Änderung am Mittwoch, 18 November 2015 12:22
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