Dienstag, 08 Dezember 2015 17:07

Erhöhung der Kindergartengebühren geplant

Erhöhung der Kindergartengebühren geplant Foto: W. Reichenbächer

Bündnis 90/ Die Grünen kritisieren Pläne von CDU und SPD

 

Geesthacht (LOZ). Die Grünen halten die Vorgehensweise der Fraktionen CDU und SPD für fundamental falsch die bereits jetzt schon relativ hohen Gebühren für Kindertagesstätten in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen. Geplant ist, die Elternbeteiligung von derzeit 32 schrittweise auf 38 Prozent zu erhöhen. Auf der Ratsversammlung wurde beschlossen, dass die Verwaltung dies nun prüfen soll, damit zum 1. August 2016 die erste Erhöhung stattfinden kann.

„Aus unserer Sicht fängt die Bildung im Kindergarten an. Die Hürden für Kindergartenbesuch und damit auch der Zugang zur Bildung darf nicht anhand der Preispolitik erschwert werden. Eher sollten die Kindergartengebühren auf lange Sicht kostenfrei gestellt werden“, argumentiert Ali Demirhan.

Die Gebührenerhöhung wäre ein fatales Signal an junge Familien in die Nachbargemeinden oder nach Hamburg zu ziehen, weil dort die Kitas erheblich günstiger, in Hamburg sogar kostenfrei, sind.

„Mit dieser kurzsichtigen Politik der Preiserhöhung würde man den Standortfaktor für Geesthacht enorm verschlechtern, da wir aufgrund der demographischen Entwicklung das Umfeld für junge Familien eher verbessern müssen, als sie durch Erhöhung der Kitagebühren noch mehr zu verschlechtern“, ergänzt Demirhan.

Dass die SPD sich als Vorreiter für die Verteuerung der Kitas aufstellt, ist für die Grünen sehr enttäuschend. Die Berufstätigkeit beider Elternteile, ohne die es bei vielen Familien finanziell nicht geht, würde mit der Gebührenerhöhung weiter erschwert, weil ein großer Teil des Einkommens heute bereits für Kitas aufgewendet werden muss.

„Die SPD sollte sich mal Gedanken machen wofür das „S“ in der SPD steht. Leider verabschiedet sich die SPD immer mehr von sozialen Themen hin zu neoliberaler Politik. Das Soziale gerät immer mehr in den Hintergrund. Es wird der Nutzen der Familien mit Kindern immer mehr in Geldwerten Dingen betrachtet, statt die Kinder und Familienfreundlichkeit in den Vordergrund zu stellen“, schließt der Fraktionsvorsitzende Demirhan ab.

Die Grünen plädieren eher dafür die Konsolidierung des Haushalts nicht auf dem Rücken der Familien vorzunehmen, sondern eher die Gewerbesteuer dem Hebesatz der umliegenden Gemeinden anzupassen und damit den Forderungen der Kommunalaufsicht zu entsprechen. Das wäre eine faire Verteilung der notwendigen Belastung im Sinne der Familienfreundlichkeit und wäre ein wichtiger Standortvorteil für Geesthacht.

Letzte Änderung am Dienstag, 08 Dezember 2015 17:12
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