Donnerstag, 25 Februar 2016 13:35

Ehrenamtler wollen Ruhe und Geborgenheit für Flüchtlinge bieten

Ehrenamtler wollen Ruhe und Geborgenheit für Flüchtlinge bieten Foto: W. Reichenbächer

Geesthacht (wre). Knapp 70 Flüchtlinge sind derzeit in der Mercatorstraße untergebracht. Wie in allen anderen Orten auch, so sind es vor allem die ehrenamtlich tätigen Bürger, die sich hauptsächlich um die neuen Bewohner kümmern. Derzeit sind in der Wohnanlage 12 Ehrenamtler regelmäßig vor Ort, um Kontakte zu knüpfen, die deutsche Sprache zu üben, oder auch alltägliche Dinge zu erklären. Doch es könnten noch mehr sein, wie Dieter Linnemeyer erklärt. Denn für die zweite Wohnanlage reichen die Kapazitäten nicht mehr aus.

„Wir sind nun seit gut einem Jahr dabei, und unsere Aufteilung in Arbeitsgruppen hat sich bewährt“, erklärt Linnemeyer, der auch Sprecher der Gruppen ist. Da die Helfer ehrenamtlich tätig sind, steht nur ein beschränktes Zeitkontingent zur Verfügung. „Wir haben daher beschlossen, nur für diese Anlage tätig zu werden. Für die zweite Anlage brauchen wir noch weitere Menschen, die sich ehrenamtlich betätigen wollen“, erklärt der Arbeitsgruppensprecher. Denn so gern die Helfer auch dabei sind, die Arbeitsbelastung darf nicht zu groß werden.

Wichtig während der Arbeit ist vor allem der persönliche Kontakt. „Das geht nun auch besser, weil die Bewohner nicht mehr so schnell wechseln“, erklärt Linnemeyer. Man wolle für die Bewohner Ruhe und Geborgenheit bieten. „Dabei versuchen wir auch Patenschaften aufzubauen, die auch über die Dauer während des Aufenthaltes in der Anlage hinausgehen“, so Linnemeyer. Er selber hat so eine Patenschaft übernommen, und trifft sich immer noch regelmäßig mit der Familie. Er soll dann auch Taufpate für das Kind werden, dass demnächst zur Welt kommen soll.

Für die Ehrenamtler gibt es viele Möglichkeiten sich zu engagieren. Ob nun Deutschunterricht, gemeinsame Teestunden oder auch die Hilfe im Alltäglichen. „Wir machen auch Spaziergänge durch die Stadt, und zeigen wo auch Ärzte und zum Beispiel die Polizei sind. Die Polizei besuchen wir auch, um den Flüchtlingen die Angst vor der deutschen Polizei zu nehmen“, berichtet Linnemeyer.

Die Helfer haben sich aber nicht nur zum Ziel gesetzt, den Flüchtlingen zu helfen, sie wollen auch Aufklären. „Wir wollen eine positive Aufmerksamkeit erzielen, und auch Ängste bei den Geesthachtern abbauen“, erklärt Dieter Linnemeyer.

Marcus Worm, hauptberuflicher Betreuer der AWO, ist froh über so viel Unterstützung. „Ich bin stolz auf das Ehrenamt, das ergänzt sich prima. Bei der Anzahl der Bewohner habe ich gar nicht die Zeit, mir alle Lebensgeschichten anzuhören“.

Hanza Kabi aus dem Irak ist froh, so gut aufgenommen worden zu sein. Er habe schon gut Deutsch lernen können. „Die Ehrenämtler sind wie Mütter und Väter für die Flüchtlinge“, erzählt Kabi, der noch eine Frau und ein Kind im Irak hat.

Gesucht werden jetzt noch Menschen, die sich ebenfalls einbringen möchten. Ob nun Deutschstunden, eine Teerunde, oder auch die Begleitung in die Stadt, es gibt viele Aufgaben. Weitere Informationen erteilt der Fachdienstleiter für Soziales, Andreas Dreyer, unter der Telefonnummer 04152 / 13-299.

Letzte Änderung am Donnerstag, 25 Februar 2016 13:48
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.