Montag, 29 Februar 2016 12:52

Zwanghaft durchs Leben

Zwanghaftes Verhalten wie beispielsweise Händewaschen ist für die Betroffenen sehr belastend. Zwanghaftes Verhalten wie beispielsweise Händewaschen ist für die Betroffenen sehr belastend. Foto: AOK

Waschzwang, Kontrollwut und ständige Wiederholungen

 

Geesthacht (LOZ). Ist der Herd auch ausgeschaltet? Ist die Haustür abgeschlossen? Solche Gedanken, die einen dann durch den Tag begleiten, hat wohl jeder schon erlebt. Doch bei zwanghaftem Verhalten sind wiederkehrende Zwangshandlungen oder -gedanken typisch. Diese werden dann ständig und ritualhaft wiederholt und können nicht unterdrückt werden. "Besonders schlimm für die Betroffenen ist, dass sie diese Handlungen selbst als sinnlos und störend empfinden, stark unter ihrem Verhalten leiden, aber es dennoch nicht unterlassen können“, so AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Geben Betroffene dem Zwang nicht nach, erleben sie meist eine unerträgliche Anspannung und Angst. Tun sie es, bringen die Rituale eine vorübergehende Erleichterung. Auf Dauer wird der Zwang aber immer stärker und es wird immer schwerer, ein Gefühl der Sicherheit zu erreichen. Da Betroffene das eigene Verhalten nicht abstellen können, schämen sie sich oft und versuchen, ihr Verhalten zu verheimlichen.

Untersuchungen haben ergeben, dass über zwei Prozent der gesamten Bevölkerung irgendwann im Leben unter ausgeprägten Zwängen leiden. Frauen und Männer sind in etwa gleich betroffen. Zwangsstörungen entwickeln sich meist schleichend. Die Rituale kosten zunehmend Zeit und Energie und beeinträchtigen das Leben der Betroffenen stark. Viele sind niedergeschlagen, ziehen sich zurück und können ihren Alltag kaum noch bewältigen.

Es lohnt sich aber, sich zu überwinden und den Hausarzt oder einen Psychotherapeuten aufzusuchen. „Ist eine Zwangsstörung diagnostiziert, lassen sich bei den meisten Betroffenen mit einer professionellen Behandlung die Symptome auf ein erträgliches Maß verringern und Ängste abbauen“, so Bojens.

Als Mittel der ersten Wahl wird den Betroffenen eine sogenannte ‚spezifische kognitive Verhaltenstherapie‘ angeboten. Manche Patienten benötigen zunächst Medikamente, damit sie zu einer Therapie bereit sind. Auch die Kombination aus Verhaltenstherapie und medikamentöser Behandlung kann sinnvoll sein. Außerdem kann die Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe den betroffenen Menschen helfen, die Zwangsstörung in den Griff zu bekommen. Weitere Infos unter: www.zwaenge.de.

Letzte Änderung am Montag, 29 Februar 2016 13:24
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