Freitag, 04 März 2016 17:21

Wirtschaft im Südkreis bereitet sich auf digitale Zukunft vor

Heute diskutierten in Geesthacht Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik über die digitale Zukunft. Heute diskutierten in Geesthacht Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik über die digitale Zukunft. Foto: Jürgen Karsch

Wird Geesthacht digitales Zentrum?

 

Geesthacht (wre). Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze konnte heute im Rathaus zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßen. Neben Vertretern der Wirtschaftsverbände im Südkreis des Herzogtums Lauenburg sowie Vertretern aus Bergedorf und Ahrensburg waren unter anderem auch der Wirtschaftsförderer Ulf Hahn und Landrat Dr. Christoph Mager nach Geesthacht gekommen, um über die digitale Zukunft zu diskutieren. Auch wenn Olaf Schulze Gastgeber war, ging die Initiative zu der Sitzung auf die Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht (WVG) zurück. Einig wurde man sich schnell, dass man die Zeichen der Zeit nutzen sollte, und den „digitalen Anschluss“ nicht verpassen sollte.

Dem ersten WVG-Vorsitzenden Jürgen Wirobski liegt die digitale Zukunft unter der Überschrift „Wirtschaft 4.0“ am Herzen. Damit soll der örtliche Handel und das Gewerbe gestärkt werden. „Wir sollten schnell handeln, bevor Amazon und Ebay uns weiter überholen“, so Wirobski. Denn während einige Händler noch darüber nachdenken, ob sie sich in der digitalen Welt engagieren sollten, liegen bereits Pläne auf dem Tisch, nach denen Amazon eigene Shops in den Städten eröffnen will.

Gesucht wird nun nach einer Möglichkeit, um den Handel, aber auch anderes Gewerbe, mehr miteinander vernetzen zu können, und so mehr Waren vor Ort verkaufen zu können. In einem Vortrag erläuterte Stefan Manzke die Möglichkeiten. „Die Frage, ob Online oder nicht, stellt sich nicht mehr“, so der Internetfachmann. Denn ohne eine entsprechende Internetpräsenz hätten Unternehmen kaum noch eine Zukunftschance. Wichtig sei aber auch, mit entsprechendem Marketing auf sich aufmerksam zu machen. „Woher soll ich sonst wissen, welches Warenangebot ich im Umkreis erhalten kann“, so Manzke. Eine Lösung wäre zum Beispiel eine gemeinsame Plattform. „Die soll aber auch die regionalen Unterschiede berücksichtigen“, erklärt Jürgen Wirobski.

Die Wirtschaftsverbände haben nun die Aufgabe, zeitnah zu prüfen ob ihre Mitgliedsbetriebe sich an so einer Plattform beteiligen würden. „Da muss auch nicht jeder Betrieb unbedingt einen Onlineshop betreiben, aber zumindest eine Übersicht liefern, was angeboten wird“, so Manzke. Wenn es entsprechende positive Rückmeldungen gibt, soll ein Gutachten oder ein Businessplan erstellt werden, der über die Aktiv-Region gefördert werden kann. „Wir müssen die Unternehmen abholen, denn oft wird aus Unwissenheit mit einem viel größerem Aufwand gerechnet“, ergänzt Stefan Manzke.

Der Geschäftsführer der Geesthachter Stadtwerke, Markus Prang, brachte ins Gespräch, dass die Logistik und Erfahrung der Stadtwerke unter Umständen für eine Umsetzung zur Verfügung gestellt werden könnten. Auch Bürgermeister Olaf Schulze sieht dies positiv: „Geesthacht ist ein wichtiger und bedeutender Standort im Kreis. Es ist aber auch wichtig, für die Zukunft überregional zusammenzuarbeiten. In der Digitalisierung liegt eine große Chance.“

Einig waren sich am Ende der Veranstaltung alle Teilnehmer, dass kein Weg an der Digitalisierung vorbeiführen wird. Es muss nun ausgearbeitet werden, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte. Dies könnte bis hin zu eigenen kleinen Logistikzentren führen, wo örtliche Händler ihre Kunden schnell beliefern könnten, und so durch Schnelligkeit und Präsenz vor Ort den großen Händlern wie Amazon und Co die Stirn bieten könnten.

Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Mai 2016 14:49
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