Montag, 21 März 2016 14:29

So genießen Diabetiker die süße Osterzeit mit Schokohase und Co.

Auch zu Ostern gilt: Süßigkeiten immer bewusst genießen. Auch zu Ostern gilt: Süßigkeiten immer bewusst genießen. Foto: AOK

(LOZ). Gut neun Kilogramm - so hoch ist nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Schokolade in Deutschland. Beliebt ist die süße Schleckerei vor allem zu Weihnachten und zu Ostern. Ob Schokohase, Schokoeier oder Pralinen: Auch die schätzungsweise sieben bis acht Millionen Diabetiker in Deutschland dürfen sich diese Osterfreuden gönnen, sollten jedoch bei der Ernährung auf die Gesamtbilanz achten.

Lange Zeit galten für Menschen mit Diabetes strenge Ernährungsvorschriften, doch die sind wissenschaftlich nicht mehr haltbar. „Zucker ist für Diabetiker erlaubt, allerdings sollten sie die Menge im Blick behalten“, sagt Wiebke Westphal, Ernährungsberaterin der AOK NordWest.

Nicht mehr als 30 bis 50 Gramm Zucker am Tag - so lautet die Empfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Denn Haushaltszucker gehört zu den sogenannten schnellen Kohlenhydraten, die sofort ins Blut schwemmen und damit den Blutzucker in die Höhe schießen lassen. Im Gegensatz übrigens zu den langsamen Kohlenhydraten - wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Pellkartoffeln, die nach und nach ins Blut übergehen und deshalb den Blutzucker verzögert und weniger stark ansteigen lassen.

In einem Osterhasen, der 100 Gramm wiegt, stecken schon etwa 50 Gramm Zucker. Man sollte ihn daher nicht in einem Mal aufessen, sondern über mehrere Tage verteilt genießen. Denn der Zucker summiert sich schnell im Laufe eines Tages - mit Marmelade oder Honig zum Frühstück beispielsweise, mit einem Fruchtjoghurt oder den versteckten Zuckern in würzigen Speisen.

Je mehr Kakao eine Schokolade enthält, desto weniger Zucker ist drin. Diabetiker können also auch auf Bitterschokolade ausweichen. Zumal der bittere Geschmack weniger dazu verführt, zu viel von der Schokolade zu essen. "Doch Diabetiker, die übergewichtig sind, sollten bedenken, dass Schokolade immer ein kalorienreiches Vergnügen ist, egal um welche Sorte es sich handelt", so Wiebke Westphal.

Spezielle Schokolade für Diabetiker gilt inzwischen als überflüssig. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft und andere Fachgesellschaften verweisen darauf, dass die oft teuren Lebensmittel mit der Aufschrift "für Diabetiker geeignet" hohe Anteile an ungünstigen Fette oder Zuckeraustauschstoffen enthalten und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht für eine diabetesgerechte Ernährung zu empfehlen sind. "Deshalb hat die EU beschlossen, dass solche Produkte mittlerweile nicht mehr in der Form bezeichnet und beworben werden dürfen", betont Westphal. Dann doch lieber gleich ein "echtes" Stück Schokolade.

 

Tipps - nicht nur für Diabetiker von

AOK-Ernährungsberaterin Wiebke Westphal:

  • Essen Sie Schokolade nur in kleinen Einheiten, also einen kleinen Hasen, ein kleines Schoko-Osterei oder einen einzeln verpackten Riegel. Lassen Sie die Süßigkeit im Mund zergehen und genießen Sie den Geschmack. So haben Sie auch das Gefühl, mehr genascht zu haben.
  • Naschen Sie möglichst direkt nach einer Hauptmahlzeit, dann steigt Ihr Blutzuckerspiegel weniger stark an
  • Nutzen Sie die Ostertage für Spaziergänge oder Radtouren, die Bewegung macht Spaß und wirkt positiv auf den Blutzuckerspiegel
  • Nehmen Sie an einem speziellen Behandlungsprogramm für chronisch Kranke teil, einem sogenannten Disease-Management-Programm (DMP). Bei der AOK heißt dies "AOK Curaplan" und wird sowohl für Typ-1- als auch Typ-2-Diabetiker angeboten. Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt  nach. Ein solches Behandlungsprogramm hilft, die Erkrankung in den Alltag zu integrieren, und erhöht die Lebensqualität.
 
Letzte Änderung am Montag, 21 März 2016 15:49
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