Montag, 04 April 2016 09:45

Verstopfung bei Kindern: Probleme mit dem ‚großen Geschäft‘

Wenn die Verdauung stockt, kann das schmerzhaft sein. Wenn die Verdauung stockt, kann das schmerzhaft sein. Foto: hfr

Geesthacht (LOZ). Kinder sind sensibel. Änderungen des Alltags, wie Ferien, eine lange Reise, ungewohntes Essen, aber auch Erkrankungen, schulische Probleme oder andere psychische Belastungen: All das erfordert eine innere Anpassung und kann sich auch auf die Verdauung auswirken. Manche Kinder reagieren darauf mit Verstopfung. Aber auch ein insgesamt ungünstiges Ess- und Bewegungsverhalten oder ein Infekt können Auslöser für eine Verstopfung sein. Eltern sind häufig verunsichert und wissen nicht so recht, wie sie damit am besten umgehen sollen. „Wichtig ist hierbei, die typischen Anzeichen von Verstopfung beim Kind zu erkennen, es anzusprechen und gegenzusteuern, damit es nicht chronisch wird“, sagt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Von Verstopfung spricht man, wenn der Darm seltener als alle zwei bis drei Tage entleert wird. Dabei ist die Grenze zwischen normaler Verdauung und Verstopfung altersabhängig und durchaus individuell verschieden. Als chronisch gilt sie, wenn die Verstopfung länger als zwei Monate andauert. Typisch für eine Verstopfung ist eine sehr harte Konsistenz des Stuhls, der dann oft in Form kleiner Kugeln (‚Köttel‘) regelrecht herausgepresst werden muss. Das kann sehr anstrengend und schmerzhaft sein. Dies möchte das Kind natürlich vermeiden, indem es den Stuhldrang unterdrückt. Dadurch kann ein regelrechter Kreislauf entstehen und es können sich größere Mengen Stuhl im Darm ansammeln. Auch Bauchweh oder unkontrollierte Stuhlabgänge können ein Symptom für Verstopfung sein. Doch soweit sollte es möglichst gar nicht erst kommen.

Mit einer altersgerechten ‚Mischkost‘ kann eine gute Grundlage für ein gesundes und stuhlgangfreundliches Essverhalten gelegt werden: Besonders Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen, wie Vollkornbrot, Kartoffeln und Müsli auf Basis von Getreideflocken, sind hier empfehlenswert. Außerdem reichlich Gemüse und Obst. Ballaststoffe brauchen allerdings Flüssigkeit, um verdauungsfördernd wirken zu können. Deshalb ist es wichtig, auch viel zu trinken. Bei Neigung zur Verstopfung sorgt genügend Flüssigkeit außerdem dafür, dass der Stuhl eine weiche Konsistenz bekommt. Geeignete Getränke für Kinder sind Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees und gelegentlich Saftschorlen. Auch Lebensmittel mit Milchsäure, wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch, bringen den Darm in Schwung. Weißbrot, Kuchen, Schokolade und andere Süßigkeiten sollten dagegen eher selten auf dem Speiseplan stehen. Und natürlich wirkt sich regelmäßige Bewegung bei Sport und Spiel günstig auf die Darmtätigkeit aus.

Ein ‚Stuhlprotokoll‘ kann helfen, den Überblick über das ‚große Geschäft‘ zu behalten. Wenn die Beschwerden anhalten, sich Blut im Stuhl befindet oder das Kind über anhaltende Schmerzen klagt, sollte dies unbedingt beim Hausarzt oder Kinderarzt abgeklärt werden.

Letzte Änderung am Montag, 04 April 2016 10:00
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