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Donnerstag, 07 April 2016 13:55

Amt Hohe Elbgeest setzt Standards in der Unterbringung

Amt Hohe Elbgeest setzt Standards in der Unterbringung Foto: W. Reichenbächer

Dassendorf (LOZ). Der Amtsausschuss hat Standards für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern beschlossen. Mit der Festlegung von Qualitätsstandards für die dezentrale Unterbringung ist das Amt Hohe Elbgeest vorbildlich, wie auch schon in der hauptamtlichen Unterstützung von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Bereits Mitte 2015 wurde die AWO Interkulturell mit der Sozialbetreuung von Asylbewerbern und der Koordination der ehrenamtlichen Helferkreise beauftragt.

Die vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein im Jahr 2003 herausgegebenen Mindeststandards für die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften sollen auf die vom Amt Hohe Elbgeest angemieteten, erworbenen oder gebauten Wohnräume angewendet werden, soweit dies möglich und zweckmäßig ist. Bei dem Neubau von Wohnungen in Kröppelshagen-Fahrendorf für ca. 40 Personen sind die Standards des Flüchtlingsrats bereits berücksichtigt.

„Wir sind jetzt dabei, die Unterkünfte anhand dieser Standards zu betrachten und falls nötig Änderungen vorzunehmen“, berichtet die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow. Sie räumt ein, dass insbesondere in angemieteten Objekten und in eigenen Bestands-Immobilien eine vollständige Übernahme der Standards eins zu eins nur mit großem Aufwand vorgenommen werden könnte und auch gar nicht zweckmäßig wäre, da im Amt Hohe die Menschen eben nicht in Gemeinschaftsunterkünften, sondern in abgeschlossenen kleinen Wohneinheiten leben.

Verbindliche gesetzliche Bestimmungen des Landes für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden gibt es über die baurechtlichen Vorschriften hinaus nicht. „Wir sind mit Unterstützung des Amtsausschusses im Amt Hohe Elbgeest jetzt gut aufgestellt bei der menschenwürdigen Unterbringung von Schutzsuchenden“, so LVB Mirow. Das Amt Hohe Elbgeest ist weiter an geeigneten Miet- oder Kaufobjekten interessiert.

Der Flüchtlingsrat empfiehlt einen Raumbedarf von zehn Quadratmetern bei Einzelpersonen und acht Quadratmetern pro Person bei gemeinsamen Wohneinheiten. Bei Kindern sollte ein Raumbedarf von sechs Quadratmetern angerechnet werden. Das Land Schleswig-Holstein geht in seinen Förderrichtlinien für dezentrale Unterkünfte von einem Raumbedarf von sechs Quadratmetern und zwei Quadratmetern mit einer zweckmäßigen und angemessenen Ausstattung aus.

Für die Ausstattung – Bett, Tisch, Stuhl, Beleuchtung, Geschirr, Besteck, Wäsche usw. - gibt es bis ins Kleinste einheitliche Standards.

„Es muss aber deutlich gesagt werden, dass es sich bei den Unterbringungs-Standards um Empfehlungen handelt, die keine rechtliche Verbindlichkeit darstellen“, betont LVB Brigitte Mirow. „Jede Unterbringung ist individuell unter Berücksichtigung der besonderen Lebensumstände der Menschen auf Angemessenheit zu prüfen.“

Mehr Informationen, auch zu den Mindeststandards unter www.amt-hohe-elbgeest.de.