Montag, 11 April 2016 11:46

Süße Verführung: Statt viel Zucker viel Geschmack wählen

Knuspermüsli sieht gesund aus, enthält aber, je nach Zusammenset-zung, reichlich Zucker und weitere Zuckerstoffe. Knuspermüsli sieht gesund aus, enthält aber, je nach Zusammenset-zung, reichlich Zucker und weitere Zuckerstoffe. Foto: AOK

Geesthacht (LOZ). Ostern ist vorbei und damit auch die Zeit süßer Verführungen. Wer das glaubt, irrt gewaltig. Denn es braucht gar keinen besonderen Anlass, um den Konsum süßer Lebensmittel nach oben zu treiben. Etwa 32 Kilogramm Zucker nimmt jeder Bundesbürger pro Jahr zu sich. Das entspricht im Durchschnitt und über alle Altersgruppen hinweg einem Konsum von täglich 90 Gramm, wie eine Statistik des Bundesernährungsministeriums zeigt. Hört sich nach wenig an, ist aber auf Dauer nicht gesund. Dabei stellt sich auch die Frage, wo der ganze Zucker herkommt, wenn alle süßen Ostereier vernascht sind? „Zucker steckt auch in Fertigprodukten und in Lebensmitteln, die gar nicht süß sind, zum Beispiel in fertigen Salat- und Grillsoßen, Ketchup und Fleischsalaten“, so AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Die empfohlene Menge Zucker für einen Erwachsenen liegt bei etwa 50 Gramm pro Tag, bei Kindern rund 25 Gramm. Diese tägliche Menge ist schnell erreicht, denn schon ein 150-Gramm-Becher Fruchtjoghurt liefert etwa 20 Gramm Zucker. Nicht nur, dass Zucker in vielen Lebensmitteln steckt, die gar nicht süß sind. Zucker sorgt auch dafür, dass Lebensmittel länger haltbar sind, Wasser bindet und den Geschmack verstärkt. Deshalb kann Zucker wertvolle, teure Zutaten, wie beispielsweise die Früchte im Joghurt, ersetzen.

Was ist so problematisch an Zucker? Zuckerhaltige Kost ist kalorienreich: 30 bis 40 Gramm Knuspermüsli am Morgen liefern bereits rund 8 Gramm Zucker, das entspricht der Menge von fast drei Stück Zucker. Damit wäre gut ein Drittel der empfohlenen Tagesmenge für Kinder bereits mit dem Frühstück erreicht. Außerdem enthalten zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke kaum wichtige Vitamine und Mineralstoffe, sind dafür jedoch kalorienreich. In 250 ml Ketchup ‚verstecken‘ sich beispielsweise rund 55 Gramm Zucker, das entspricht einer Menge von rund 18 Stück Würfelzucker und liefert rund 280 Kalorien. Zuckerreiche Lebensmittel wie Süßigkeiten stillen nur den ersten Heißhunger und verursachen dann schnell neuen ‚Hunger‘. Durch diesen ‚Zuckerkreislauf‘ wird die Entstehung von Übergewicht begünstigt. Und Zucker spielt eine Rolle bei der Entstehung von Karies, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die folgenden Tipps zeigen beispielhaft, wie sich die tägliche Zuckermenge reduzieren lässt: Reichlich Gemüse und Obst ‚natur‘ verzehren, statt Fruchtjoghurt lieber Naturjoghurt wählen und mit frischen Früchten anreichern. Wenig Fertigprodukte, -gerichte und -soßen oder Fast Food essen. Die Zutatenliste der Lebensmittel beachten: Zucker versteckt sich unter verschiedenen Namen, die oft auf ‚–ose‘ enden.

Hilfestellung beim Einkauf kann auch eine ‚App‘ der AOK geben, mit der man erkennen kann, wie viel Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln stecken. Ergänzt werden die Angaben durch die Kalorienzahl, den Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt. Die Anwendung greift dabei auf rund 15.000 Daten des Bundeslebensmittelschlüssels zurück. Weitere Informationen dazu unter www.aok.de/bewusst-einkaufen.

Letzte Änderung am Montag, 11 April 2016 14:25
Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.