Donnerstag, 28 April 2016 12:36

Aktuelle Flüchtlingssituation in Geesthacht

Aktuelle Flüchtlingssituation in Geesthacht Foto: W. Reichenbächer

Bisher knapp 180.000 Kosten für die Stadt durch Rückgang der Zahlen

 

Geesthacht (LOZ). Die großen Flüchtlingsströme im letzten Jahr haben die Stadt Geesthacht vor große Herausforderungen hinsichtlich der Unterbringung und Betreuung der ankommenden Schutzsuchenden gestellt. Mittlerweile sind die Zuweisungszahlen des Landes Schleswig-Holstein und somit auch die Zahlen der Geesthacht zugewiesenen Flüchtlinge im ersten Quartal stark rückläufig.

Zurzeit leben in Geesthacht 484 Flüchtlinge. Allein im letzten Jahr wurden der Stadt Geesthacht durch den Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt 255 Personen zugewiesen, davon 140 allein im letzten Quartal 2015.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat die Stadt bisher 61 Personen aufgenommen. Hierbei entfallen auf den Januar 10 Personen, im Februar und im März wurden jeweils 18 Personen aufgenommen und im April bisher 15 Personen. Untergebracht sind die Flüchtlinge zurzeit in den zentralen Wohnanlagen an der Mercatorstraße und am Höchelsberg sowie in dezentralem, vom Fachdienst Soziales angemieteten Wohnraum.

Noch Ende des letzten Jahres ist der Kreis Herzogtum Lauenburg aufgrund der Zuweisungsprognosen davon ausgegangen, dass bis Ende 2016 insgesamt 546 zusätzliche Flüchtlinge in Geesthacht unterzubringen sind. Die Quoten des Kreises wurden bisher nicht angepasst, aufgrund der aktuellen Situation geht der Fachdienst Soziales jedoch davon aus, dass die Unterbringungszahlen bis Ende des Jahres geringer ausfallen werden. Aktuelle Prognosen hinsichtlich der weiteren Entwicklung gibt es bisher nicht. Das Land Schleswig-Holstein hat angekündigt, frühestens im Juni 2016 eine neue Prognose zu wagen.

Vor diesem Hintergrund stellen die zurückgehenden Flüchtlingszahlen und die Ungewissheit der weiteren Entwicklung die Stadt vor neue Herausforderungen. Derzeit verfügt Geesthacht aufgrund der Planungen im letzten Jahr über 244 freie Unterbringungsplätze. Nach Fertigstellung weiterer geplanter Unterkünfte ist der Fachdienst Soziales in der Lage, bis Ende des Jahres insgesamt 338 Flüchtlinge im Stadtgebiet unterzubringen.

Eine Erstattung der Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge erhält die Stadt lediglich für belegten Wohnraum. Die Integrationspauschale des Landes in Höhe von 2.000 Euro monatlich pro zugewiesenen Flüchtling, die unter anderem zur Refinanzierung der Betreuungskosten genutzt wird, ist aufgrund zurückgehender Zuweisungszahlen ebenfalls rückläufig.

Abzüglich aller Einnahmen sind daher im ersten Quartal 2016 für die Betreuung und Unterbringung der Flüchtlinge nicht gedeckte Kosten in Höhe von 179.820 Euro (59.940 Euro mtl.) angefallen.

Hiervon entfallen im 1. Quartal 2016 insgesamt 122.510,- Euro (40.836,66 Euro mtl.) auf Mietzahlungen für Container und Wohnungen.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt bereits reagiert und entschieden, die für 2016 bereits geplante Aufstockung an der Mercatorstraße um die Wohnanlagen 5 und 6, die Platz für jeweils weitere 72 Personen geboten hätten, nicht mehr vorzunehmen.

Darüber hinaus wird zurzeit geprüft, inwieweit die bereits längerfristig angemieteten Wohnanlagen alternativen Nutzungen zugeführt werden können.

Letzte Änderung am Donnerstag, 28 April 2016 12:44
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