Dienstag, 17 Mai 2016 16:28

Urlaub als wichtige Auszeit von der Pflege

Wenn die Pflegebedürftigen gut versorgt sind, können sich die pflegen-den Angehörigen mal nur um sich selbst kümmern. Wenn die Pflegebedürftigen gut versorgt sind, können sich die pflegen-den Angehörigen mal nur um sich selbst kümmern. Foto: AOK

Sich erholen und neue Kraft tanken

 

Geesthacht (LOZ). Eigener Urlaub und ein pflegebedürftiger Angehöriger? Das passt meistens nicht zusammen. Die Familienmitglieder, die einen lieben Menschen zu Hause pflegen, benötigen jedoch regelmäßige Auszeiten, sonst ist deren völlige Erschöpfung absehbar. „Pflegende Angehörige müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie einmal wegfahren, um sich selbst zu erholen. Denn wenn es der Pflegeperson gut geht, kommt das auch dem Pflegebedürftigen zugute“, soAOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens.

Damit Angehörige immer mal wieder Abstand vom anstrengenden Pflegealltag gewinnen können und der Pflegebedürftige dennoch gut versorgt wird, tragen die gesetzlichen Pflegekassen die Kosten für eine notwendige Verhinderungspflege. „Dieser Anspruch besteht für bis zu sechs Wochen im Jahr“, informiert Bojens. Voraussetzung ist, dass Angehörige den Pflegebedürftigen bereits seit mindestens sechs Monaten pflegen. Außerdem wird die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes während einer Verhinderungspflege für bis zu sechs Wochen je Kalenderjahr weitergezahlt.

Versorgen ein Pflegedienst, entfernte Verwandte oder Nachbarn den Pflegebedürftigen zu Hause, zahlt die gesetzliche Pflegekasse für maximal sechs Wochen bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr. Die Kosten müssen nachgewiesen werden. Wenn ein Familienangehöriger bis zum zweiten Verwandtschaftsgrad die Pflege übernimmt oder jemand, der in häuslicher Gemeinschaft mit dem Pflegebedürftigen lebt, trägt die Pflegekasse einen Betrag in der Höhe des Pflegegeldes. Zusätzlich erstattet sie Aufwendungen wie Fahrgeld oder einen Verdienstausfall mit maximal 1.612 Euro.

In Fällen, in denen keine Verhinderungspflege genommen werden kann und die Erbringung häuslicher Pflege auch nicht über die Sach-, Geld-, Kombinationsleistungen oder Einrichtungen der teilstationären Pflege möglich ist, kann die zu pflegende Person auch vorübergehend in einem Pflegeheim untergebracht werden.

Diese ‚Kurzzeitpflege‘ ist für die Überbrückung kurzfristiger Notsituationen gedacht. Dazu gehört unter anderem eine Erkrankung, aber auch der Urlaub des Pflegenden. Die Pflegekasse übernimmt hierbei die Kosten für die pflegerische Versorgung, die medizinische Behandlungspflege sowie für die soziale Betreuung. Unterkunft und Verpflegung zahlt der Pflegebedürftige allerdings selbst. Voraussetzung ist, dass das Heim von der Pflegekasse für die Kurzzeitpflege zugelassen ist.

Pflegende Angehörige können die Kurzzeitpflege und die Verhinderungspflege einmal im Jahr unabhängig voneinander in Anspruch nehmen. Durch eine Kombination von beiden ist für pflegende Angehörige eine Auszeit von bis zu 14 Wochen pro Jahr möglich. Das Pflegegeld wird dann zur Hälfte weitergezahlt: bei der Kurzzeitpflege für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr.

"Wichtig ist, dass die betreffenden Angehörigen das ganze Jahr über Entlastungsangebote nutzen. So können sie Überlastung oder Erschöpfung vorbeugen", sagt Bojens. Über die konkreten Möglichkeiten können sich Pflegende von Fachleuten der AOK-Pflegekasse beraten lassen. Diese stellen auch Kontakte zu Pflegeeinrichtungen und Anbietern weiterer Betreuungsleistungen her.

Kostenlose Nachrichten aus dem Herzogtum Lauenburg
Kostenlose Nachrichten Mobil

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.